Archive for July, 2007

Hirnwinden: Ein Möbiusband zerschneiden

July 27th, 2007

Bei Spiegel Online gibt es eine Bastelanleitung für ein Möbiusband (der PDF-Link befindet sich ungefähr in der Mitte des Artikels) – soweit nichts Besonderes. Allerdings empfiehlt die Anleitung, das Band anhand der aufgedruckten gestrichelten Linien zu zerschneiden. Wie wird wohl das Ergebnis aussehen? Kann man sich das vorstellen – selbst wenn man das Ergebnis bereits gesehen hat? Viel Spaß beim Ausprobieren und schönes Wochenende!

. .

Wie man nicht in E-Mails untergeht

July 26th, 2007

Das Problem dürfte allgemein bekannt sein: Schick war E-Mail mal vor ein paar Jahren. Längst ist sie ein tägliches Übel, jedenfalls für die, die soviele neue Mails in die Inbox bekommen, dass sie einen Teil davon einfach irgendwie vernachlässigen oder ganz ignorieren müssen. Und wenn man abwartet und sich die unbearbeiteten Aufgaben im Posteingang immer mehr anhäufen, wird alles nur noch schlimmer. Hunderte oder tausende Mails in der Inbox sind keine Seltenheit beim elektronisch geplagten Durchschnittszeitgenossen. Es muss also etwas geschehen. Sagt auch Merlin Mann von 43folders auf dem Google Tech Talk vor ein paar Tagen. Die Folien aus dem Vortrag kann man sich hier anschauen. Die Hauptbotschaft ist wohl, sich bei jeder einzelnen Mail zu entscheiden, wie man in seiner begrenzten Zeit mit ihr umgeht: löschen, weiterleiten, beantworten, eine Aufgabe erfüllen … Wenn das mal so einfach wäre!

Aber vielleicht zieht man ja Motivation für einen neuen Versuch, Ordnung in das Chaos zu bekommen, aus der Aufzeichnung des Vortrages:

[via agenturblog]

Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?

July 16th, 2007

Die Autorität für Schuhknoten im Internet ist die Website von Ian Fieggen, Ian’s Shoelace Site. Geht ihnen die Knoterei auf den Senkel? Stolpern sie hin und wieder über ihre offenen Schuhsenkel? Man könnte es mit dem “Ian Knot” versuchen, nicht unähnlich dem gewöhnlichen Standardknoten, aber viel schneller ausgeführt. Etwas Eingewöhnung ist allerdings erst einmal nötig. Dank der guten Grafiken und Videos auf der Webseite kommt man aber gut voran – und durchbricht damit zudem die tägliche Langeweile. Für Abwechslung sorgen zahlreiche weitere Knotenvarianten und alles was man an technischen und historischen Informationen zu diesem bedeutenden Thema so braucht.

Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

July 14th, 2007

Der direkte Weg ist nicht immer der beste, heißt es. Jedenfalls ist er nicht immer der schönste. Einfache Dinge kompliziert zu machen war eines der Steckenpferde des amerikanischen Cartoonisten und Pulitzer-Preisträgers Rube Goldberg. Simple Tätigkeiten mit einer abstrus komplizierten und verworrenen “Maschine” auszuführen – wie im Fall des “Vereinfachten Bleistiftanspitzers” – dafür bürgerte sich der Name “Rube Goldberg machine” ein. (Mehr von Goldbergs Original-Skizzen auf der offiziellen Seite (just don’t skip the intro).)

Goldbergs “Erfindungen” sind Inspiration für Generationen nachfolgender “Verinfacher”. Ein schönes und ausführliches Beispiel ist diese Reihe für ein japanisches Kinderprogramm. Aber natürlich kann man das heutzutage genauso gut virtuell anwenden. Das dürfte manchem, der das großartige Computerspiel Crazy Machines kennt, vertraut vorkommen – mit dieser leicht zu handhabenden Physikmaschine kann der Umständlichkeitskrämer von heute seine Phantasie so richtig ausleben.

Unter dem gleichen Namen bekannt und ebenfalls kompliziert und schön, allerdings ein paar Jahrhunderte älter, sind die Goldberg-Varitionen von Bach. Besonders prominent sind sie in der Version von Glenn Gould, die manche Kritiker für unnötig verspielt und kompliziert halten. Das passt also gut hierher und hört sich auch einfach gut an. Die Aufnahme von 1956 war seine erste Schallplatteneinspielung und machte ihn berühmt. Noch einmal anders spielte er die Goldberg-Variationen 1981 ein. Eine angenehm “normale”, wenn auch nicht im strengen Sinn virtuose Version ist dagegen die Einspielung von Keith Jarrett, und ein weiterer, nicht von jedem Klassikkenner geschätzter, Versuch der “Vereinfachung” ist die Jazzversion des Jacques Loussier Trio.

Da gab es doch dieses Simulationsvideo einer Musikmaschine, die mit Tischtennisbällen einen ganzen Haufen Instrumente bediente …

Richtig Küssen

July 10th, 2007

Der Kuss ist ein besonderes Zeichen der Vertrautheit und Zuneigung, aber auch ein wirkungsvolles erotisches Mittel. Dass Küssen gesund ist, liest man immer wieder. Nicht weniger vertraut aber dürfte Jedem der verabscheute Kuss sein: zu nass, zu schlapp, von der Tante oder einem aufdringlichen Unsympathen.
Küssen kann jeder, aber man kann seine Fähigkeiten in dieser Disziplin auch verbessern. Es gibt Einiges was man über das Küssen wissen sollte: Beispielsweise dass Männer geschminkte Lippen unter Umständen anziehend finden (wenn es nicht obskure Braun-, Rosa-, Lila- oder Schwarztöne sind), aber 63 % nicht gerne Lippenstift küssen.

Richtiges Küssen kann man lernen, zum Beispiel mit dieser Fotodokumentation oder in dieser großartigen Videoanleitung.

Eine hormonelle Wirkung des Küssens ist die Ausschüttung des Hormons Oxitozin (oder Oxytocin), das leicht euphorisierend und beruhigend wirkt und soziale Beziehungen stabilisiert. Deshalb wird es auch “Treuehormon” genannt. Es soll sich auch positiv auf Immunsystem und Wohlbefinden auswirken.

Mehr übers Küssen findet man in Der Kuß. Eine kleine Kulturgeschichte von Alain Montandon, erschienen bei Wagenbach.