Motivation durch Autonomie und sinnvolle Zwecke

July 2nd, 2010 by Björn Leave a reply »

Die RSA, die Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce, lädt regelmäßig Fachleute aus verschiedenen Bereichen ein, um inspirierende Ideen vorzutragen, die sie in ihrem Betätigungsfeld gesammelt haben.

Der Ökonom Dan Pink hat einen Vortrag zu ungewohnten Erkenntnissen über Antrieb und Motivation von Menschen gehalten, der in dem folgenden Video in einer faszinierenden Animation dargestellt wird. Zunächst führt Pink aus, dass das verbreitete Konzept von Motivieren durch Belohnen und Strafen nur sehr eingeschränkt gültig ist, nämlich nur für solche Aufgaben, die regelmäßig, mechanisch und ohne kognitive Anforderungen zu erfüllen sind. Sobald aber Kreativität und Kopfarbeit einen Teil der Arbeit ausmachen, führen hohe Belohnungen überraschenderweise zu schlechteren Ergebnissen.

Systeme, die auf Belohnen und Strafen aufbauen, lassen aber in der Regel eine andere Art von Motivation völlig außer Acht – nämlich intrinsische Motive. Menschen werden nicht nur für Geld oder zur Befriedigung biologischer Grundbedürfnisse aktiv, sie tun daneben auch Dinge, die sie interessant finden, die innere Befriedigung liefern oder die einem größeren Zweck dienen. Und genau diese Motivationsfaktoren sind es, die in der Arbeitswelt zwar meistens ignoriert werden, die aber sowohl gute Ergebnisse befördern als auch eine größere Befriedigung verschaffen. Autonomy, Mastery and Purpose nennt Pink diese Faktoren, die zentral für den Menschen sind, weil wir nicht nur Profitmaximierer, sonder auch Zweckmaximierer seien. “We are not endlessly manipulable” – wir sind nicht endlos manipulierbar, sagt Pink.
Dort, wo die intrinsischen Motivationsfaktoren – Autonomie, Eigenregie, Sinnerfüllung – eine Rolle spielen, entwickeln die Beteiligten Engagement, und deshalb neue, gute Ideen und gute Ergebnisse. “They make us better off, and the world a little bit better.”

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Nachtrag: Der Ökonom Dan Ariely spricht in einem Vortrag ebenfalls über “irrationale Anreize“, also darüber, dass und warum finanzielle Anreize nicht immer erfolgreich motivieren.

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