Archive for the ‘Arbeit’ category

Glückliche Menschen sind produktiver

August 2nd, 2010

Glückliche Menschen sind produktiver – dies zeigt eine Studie des Industrie- und Organisationsökonomen Daniel Sgroi. Eine andere Studie, die zu dem gleichen Ergebnis kommt, wird hier erwähnt.
Arbeitgeber, die sich bemühen, Bedingungen für ein besseres Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer zu schaffen, tun also nicht nur etwas für ihre soziale Verantwortung, sondern auch für die Produktivität ihres Unternehmens.
Aber auch im privaten Bereich oder für Selbständige gilt dies – wer sich besser fühlt, ist besser gewappnet, seine Aufgaben erfolgreich zu meistern.

Wenn der Chef ein Arschloch ist …

July 26th, 2010

… muss man sich emotional schützen, solange man aus dem Job nicht raus kann. Der Organisationspsychologe Robert Sutton von der Stanford University empfiehlt, emotionale Distanz zu herabwürdigenden Arbeitsverhältnissen zu entwickeln, um das Selbstwertgefühl zu schützen. An sich wären unter günstigen Umständen Leidenschaft und Engagement besser – für die Arbeitsergebnisse und die eigene Befriedigung. Unter einem miesen Boss oder in einer vergifteten Arbeitsumgebung kann uns leidenschaftliches Engagement aber zur Verzweiflung oder in die Mutlosigkeit treiben. Einen Schritt zurückzutreten und Distanz zu wahren, kann davor schützen. Mehr dazu in Robert Suttons Blogpost “The Fine Art of Emotional Detachment – Why Indifference is as Important as Passion“.

Sutton ist der Autor des Buches “Der Arschloch-Faktor“, in dem er auf erfrischende Weise erklärt, dass die Bedeutung von Arschlöchern im Arbeitsleben chronisch unterschätzt wird. Sie frustrieren die Mitmenschen und schaden dem Unternehmen. Wer davon betroffen ist, sollte Suttons Anti-Arschlochstrategie ausprobieren. Und Unternehmen sollten aus ökonomischen und aus ethischen Gründen für ein positiveres Arbeitsklima sorgen und Arschlöchern Einhalt gebieten.
.

Zum selben Thema hier im Blog: Was macht einen guten Chef aus?

Motivation durch Autonomie und sinnvolle Zwecke

July 2nd, 2010

Die RSA, die Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce, lädt regelmäßig Fachleute aus verschiedenen Bereichen ein, um inspirierende Ideen vorzutragen, die sie in ihrem Betätigungsfeld gesammelt haben.

Der Ökonom Dan Pink hat einen Vortrag zu ungewohnten Erkenntnissen über Antrieb und Motivation von Menschen gehalten, der in dem folgenden Video in einer faszinierenden Animation dargestellt wird. Zunächst führt Pink aus, dass das verbreitete Konzept von Motivieren durch Belohnen und Strafen nur sehr eingeschränkt gültig ist, nämlich nur für solche Aufgaben, die regelmäßig, mechanisch und ohne kognitive Anforderungen zu erfüllen sind. Sobald aber Kreativität und Kopfarbeit einen Teil der Arbeit ausmachen, führen hohe Belohnungen überraschenderweise zu schlechteren Ergebnissen.

Systeme, die auf Belohnen und Strafen aufbauen, lassen aber in der Regel eine andere Art von Motivation völlig außer Acht – nämlich intrinsische Motive. Menschen werden nicht nur für Geld oder zur Befriedigung biologischer Grundbedürfnisse aktiv, sie tun daneben auch Dinge, die sie interessant finden, die innere Befriedigung liefern oder die einem größeren Zweck dienen. Und genau diese Motivationsfaktoren sind es, die in der Arbeitswelt zwar meistens ignoriert werden, die aber sowohl gute Ergebnisse befördern als auch eine größere Befriedigung verschaffen. Autonomy, Mastery and Purpose nennt Pink diese Faktoren, die zentral für den Menschen sind, weil wir nicht nur Profitmaximierer, sonder auch Zweckmaximierer seien. “We are not endlessly manipulable” – wir sind nicht endlos manipulierbar, sagt Pink.
Dort, wo die intrinsischen Motivationsfaktoren – Autonomie, Eigenregie, Sinnerfüllung – eine Rolle spielen, entwickeln die Beteiligten Engagement, und deshalb neue, gute Ideen und gute Ergebnisse. “They make us better off, and the world a little bit better.”

.

.

Nachtrag: Der Ökonom Dan Ariely spricht in einem Vortrag ebenfalls über “irrationale Anreize“, also darüber, dass und warum finanzielle Anreize nicht immer erfolgreich motivieren.

. .