Archive for the ‘Glück’ category

Ein Mittel gegen gute Laune

April 26th, 2010

Das amerikanische Satiremagazin “The Onion” ist bekannt für seinen bösen Humor, vergleichbar mit der deutschen “Titanic”. Auf der Webseite der Onion gibt es ein Video, das der Frage nachgeht, wie man die “unerträglichen Gutgelaunten” wieder “gesund” machen und wie man sich einfach wieder normal beschissen fühlen kann. Vorgestellt wird das Medikament Despondex gegen Fröhlichkeit: “Ein großer Schritt vorwärts im Kampf gegen Ausgelassenheit”, wie die Fachleute von The Onion sagen.
Leider ist das Video kontraproduktiv – Lachen macht gute Laune.

Bertrand Russell – Shed sunshine and lighten sorrows

April 13th, 2010

“The life of Man is a long march through the night, surrounded by invisible forces, tortured by weariness and pain … One by one, as they march, our comrades vanish from our sight, seized by the silent orders of omnipotent Death. Very brief is the time in which we can help them, in which their happiness or misery is decided. Be it ours to shed sunshine on their path, to lighten their sorrows by the balm of sympathy, to give them the pure joy of a never-tiring affection, to strengthen failing courage, to instil faith in hours of despair. Let us not weigh in grudging scales their merits and demerits, but let us think only of their need — of the sorrows, the difficulties, perhaps the blindnesses, that make the misery of their lives; let us remember that they are fellow-sufferers in the same darkness, actors in the same tragedy with ourselves.”

(Bertrand Russell)

Umschalten! Freundlichkeit macht widerstandsfähiger

March 18th, 2010

Image by Toymanron, morguefile.com

Wenn man auf seinen zurückgelegten Lebenslauf zurücksieht, so kann man in Vorwürfen gegen sich selbst leicht zu weit gehen.” (Arthur Schopenhauer)

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Das Leben hält viele Widrigkeiten bereit – im Großen wie im Kleinen. Philosophen, Sozialreformer und Psychologen singen seit Ewigkeiten ein Lied davon. Einige erleben weniger Belastungen, oder können sie besser wegstecken, andere verlieren den Mut, sind seelisch niedergeschlagen. Ganz unabhängig davon, ob und wie man entmutigende Umstände ändern kann – politisch, moralisch, kulturell, psychologisch – es ist möglich und überlebenswichtig, die psychische Widerstandsfähigkeit und ein positives Selbstbild zu stärken.

Viele Menschen haben Selbstzweifel verinnerlicht, die ihnen aus der Kindheit oder aus ungleichen sozialen Beziehungen oder aus falschen populären Klischees in der Öffentlichkeit erwachsen sind. Unsere Gedanken werden durch diesen Filter aus vergangenen und gegenwärtigen Informationen getrübt. Die Selbstwahrnehmung wird negativ eingefärbt, Motiviation und Agilität werden ausgehölt. Aber warum sollte man in einer Welt, in der man Kränkungen, Niederlagen und Mangel erlebt, zu sich selbst unfreundlich sein? Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund.

Man kann etwas dafür tun, seine Gedanken und seine Stimmungslage wieder auszubalancieren. Man kann mehr freundliche Achtsamkeit in der Wahrnehmung des eigenen Selbst üben. “Sei freundlich zu dir selbst – in einer bewussten Weise.” Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, der ein Fehler ganz eigener Art ist, mit dem man letztlich sich selbst Schaden zufügt.

So wie unser Gehirn eine natürliche Tendenz hat, alarmierende, negative Faktoren besonders aufmerksam wahrzunehmen, um uns vor Risiken zu schützen, so ist es andererseits aber auch möglich, durch bewusste Lenkung der Wahrnehmung auf positive, freundliche Gegebenheiten, ein positives Selbstvertrauen aufzubauen. Der Effekt des Lächelns ist real – es gibt definitv keinen objektiven Grund, der es überflüssig macht, das Lächeln von Mitmenschen oder auch das symbolische Lächeln eines sonnigen Tages, einer Blumenwiese oder eines geliebten Kunstwerkes ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu holen. Freundlichkeit sich selbst gegenüber und Achtsamkeit für die freundlichen Momente des Lebens sind wirksame Mittel, das Gehirn von einer selbstschädigenden hin zu einer förderlichen Funktionsweise neu zu justieren.

Wer eines Beispiels bedarf: Menschen in schwierigsten Situationen (wir alle kennen historische Vorbilder), sei es der traumatische Verlust von lieben Personen, sei es Unterdrückung und Inhaftierung in Unrechtsregimen, sei es in der Bewältigung einer übermenschlichen Katastrophe – haben mit dieser Achtsamkeit für sich und für das Gute in ihrer Umwelt nicht nur ihre verzweifelte Lage bewältigt, sondern auch vielen anderen die Kraft gegeben, Mut und Lebenswillen zu behalten.

Das Leben hält viele Widrigkeiten bereit – im Großen wie im Kleinen. Achtsamkeit und Freundlichkeit schaffen die Ressourcen, die uns die Kraft geben, das Gute zu tun und zu sehen und diese Tendenz dadurch weiter bestärken.

Eckart von Hirschhausen auf 3sat

March 15th, 2010

Am 22. März 2010 strahlt 3sat zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr das Programm “Glücksbringer” von Eckart von Hirschhausen aus. Lachen ist die bekanntlich die beste Medizin, wie ja schon der vermeintliche Griesgram Schopenhauer festgestellt hat. Und so berichtet Eckart von Hirschhausen auf satirische Weise von den kleinen Tricks zum Glücklichwerden und den Stolperfallen, die wir uns selbst immer wieder in den Weg legen. Am 22.3. hat ma also Gelegenheit, bequem vom Sofa einen Beitrag zum eigenen Glück zu leisten.

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Es geht letzten Endes darum, glücklich zu sein

March 11th, 2010

Das Thema “Glück” ist einerseits überlaufen, andererseits ist es verpönt. Dazu reicht meist schon der einfache Hinweis auf die Schwemme der Glücksratgeber. Nichstdestotrotz ist Glück das grundlegende Bedürfnis des Menschen.

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Gehässigkeit macht (dich) unglücklich

March 1st, 2010

Image by paulabflat, morgueFile.com


Sarkasmus, Häme, kleine Gehässigkeiten gehen oft unbemerkt über die Lippen. Ich beobachte das auch an mir: Ein spöttisches Urteil über etwas, dass nicht so ist, wie ich es für richtig (und natürlich nach meiner Überzeugung für evident) halte, ist schnell dahingesagt. Eine Dummheit, die mir manchmal wenigstens anschließend bewusst wird. Meine Dummheit.

Gehässigkeit ist ein Gift, dass seine Wirkung oft noch über den Moment hinaus tut, in dem es angewandt wurde. Sie ist tückisch – manchmal wirkt sie schlagartig, manchmal schleichend, in jedem Fall aber ätzend wie Säure. Und darüberhinaus – oft verkannt, aber nicht zu unterschätzen – wirkt sie auch auf den zurück, der sie hervorgebracht hat.

Gehässigkeit zwingt uns in eine Angriffs- und Verteidigungsbereitschaft, die die Tendenz hat, sich zu einer Disposition zu entwickeln, die die Wahrnehmung und Reaktionsweisen immer mehr beeinflusst. Sie “wächst an und vernichtet mich” – so die buddhistische Warnung.

Gehässigkeit taucht nicht nur in dramatischen Auseinandersetzungen auf, sie ist überall in den vielen verschiedenen Kommunikationssituationen des Alltags zu finden, in kleinen und großen Dosen – in politischen Debatten, im Internet, auf Autoaufklebern, in Beziehungen usw. Häme, Sarkasmus, Zynismus, Ironie, Spott – die Übergänge sind fließend. Es ist nur ein kleiner Schritt von der befreienden Wirkung von Humor und Ironie zu nutzlosem Spott und Zynismus. Es ist wichtig, sich diese feine, aber entscheidende Grenze zu verdeutlichen. Man gewinnt Nichts durch verletztende Aussagen, aber man schadet zusätzlich der eigenen Sache. Nur der kritiklose Fan spendet billiger Häme und anderen verbalen Gehässigkeiten Applaus, der nüchterne Beobachter gewinnt einen ganz anderen Eindruck.

Mit Gehässigkeit steht man dumm da, jedenfalls für die Außenstehenden. Und sie hat desaströse Auswirkungen für die eigene Glücksbilanz. Man betritt mit ihr das rutschige, abschüssige Parkett von getrübter Wahrnehmung und Aggression. Da hilft es auch nichts, wenn man sich einredet, dass das schließlich alle machen. Eine solche Rechtfertigung ist zwar moralisch falsch, aber hier geht es gar nicht um Moral. Es geht um Glück und Kommunikation. Und da ist Gehässigkeit nicht nur nutzlos, sondern schädlich – für einen selbst und die Sache, um die es jeweils geht. Psychologische, politische und rhetorische Tricks zur Überwindung des Gegenübers waren schon immer kurzsichtig. Es liegt in ihrer Natur, dass sie nicht der Wahrheitsfindung dienen. Und es gibt nicht einen einzigen Menschen, der, wenn er damit Erfolg hatte, glücklich war. Darum ist es besser, Schopenhauers berühmte “Eristische Dialektik” – 38 rhetorische Tricks, um selbst mit der Unwahrheit Recht zu behalten – zu kennen (nämlich um nicht darauf hereinzufallen), als sie anzuwenden.

Um sich ausgeglichener (und glücklicher) zu fühlen, kann man Folgendes tun:

– Gehässigkeit, Häme, Spott und Zynismus vermeiden

– eigene Ironie und Sarkasmus beobachten: sie sind manchmal angebracht, aber nur, solange man sie überlegt und dosiert verwendet. Dauerfrotzeleien nerven und schaden – nicht zuletzt dir selbst.

– wenn es etwas gibt, dass du kritisierst, vergiss nicht, dass Kritik ohne Gehässigkeit überzeugender und wirkungsvoller ist, und dass vor allem deine eigenen Alternativen eine positive Darstellung benötigen.

– Vergifte deine Gedanken und Emotionen nicht durch Gehässigkeit


Dazu passend hier im Blog: Wie wir andere Menschen beurteilen ist ein Indikator unserer eigenen Persönlichkeit

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Interessante Links:
Research Digest Blog: At what age do children recognise the difference between sarcasm and irony?