Archive for the ‘Glück’ category

Wünsche

February 25th, 2010

Everyone wants stuff. We wake up everyday with a list of wishes a mile long and maybe we spend our lives trying to make those wishes come true. But just because we want them doesn’t mean we need them to be happy.” (Aus der US Fernsehserie “Pushing Daisies”)

via 52hearts

Die richtige Balance zwischen positivem und negativem Denken

February 23rd, 2010

Glasses“An den Pessimismus gewöhnt man sich zuletzt wie an ein zu enges Sakko, das sich nicht mehr ändern lässt.” (André Gide)

Negatives Denken kann sich wie ein Schleier über alles legen, was man denkt, fühlt und erlebt. Es wirkt wie ein Filter, der die positiven Elemente abschwächt oder sogar ganz verdeckt. Darüberhinaus ist das Negative psychologisch meistens wirkungsvoller als das Positive, das schneller verblasst. Angst ist eine evolutionäre Strategie, Gefahren zu vermeiden. Sie ist ein entwicklungsgeschichtlich alter, tiefverwurzelter Mechanismus bei Tier und Mensch. Das darüber Gelernte ist sehr lange abrufbar – und wenn es abgerufen wird, so geschieht dies rasend schnell und meistens nicht kontrollierbar, sondern unbewusst.
Es ist idiotisch, wenn man sich freiwillig beim negativen Denken aufhällt, weil es lähmt und runterzieht. Motivation und Lebensfreude sind optimistisch. Sie sind der Treibstoff, der uns Aufgaben in Angriff nehmen lässt. Positives Denken hilft, Verzagtheit zu überwinden.

Der Streit um das Für und Wider von Pessimismus und Optimismus, von negativer und positiver Einstellung, ist uralt. Die Vorwürfe, die man dem Optimismus macht, sind auf den ersten Blick scharfsinnig und realistisch: Optimisten wandeln auf Wolken und verkennen die Realität. Sie gehen mit ihren Seifenblasen auf die Nerven. Im schlimmsten Fall unterlassen sie in ihrer rosaroten Ignoranz die notwendigen Vorkehrungen zur Abwendung schädlicher Entwicklungen.

Bien. Zuviel Optimismus hier, zuviel Pessismus da. Und in beiden Fällen zu wenig Realismus. In beiden Fällen Übertreibung, Irrtum, Illusion. Oder – wie es die alten Griechen nannten – Wahn. Das Ziel aber des guten Lebens – sagte schon der Philosoph Antistehenes – ist Freiheit vom Wahn. Es kommt beim positiven Denken also darauf an, sowohl pessimistische Übertreibungen als auch optimistische Illusionen zu vermeiden. Auf das richtige Maß, die richtige Balance kommt es an.

Balance ist für uns Gewohnheitstiere eine ständige Herausforderung. Allzu leicht legen wir uns auf Prinzipien fest und unsere Verhaltensweisen werden zu Gewohnheiten. Wir verlieren schnell die Fähigkeit, Gelerntes, „Abgesunkenes“ auf den Prüfstand zu stellen.

Positives Denken hat klare Vorteile. Es fühlt sich gut an, es erzeugt Freude, es verändert die Denkweise und es gibt Kraft, Pläne in die Tat umzusetzen. Realismus ist dabei nicht nur erlaubt, sondern zwingend erforderlich. Dazu gehört, dass negative Gedanken und Gefühle zugelassen werden. Denn die Realität ist so, dass negative Erfahrungen dazu gehören:
Appropriate negativity keeps us grounded, real, and honest.” (Barbara L. Fredrickson, Positivity, S. 159)

Unsere Freiheit und unsere Macht über die Dinge sind sehr begrenzt. Philosophen verstehen dies als Bedingung unserer Freiheit. Schriftsteller haben uns eindrucksvolle Beispiele dafür gegeben, wie dieser Umstand Begeisterung hervorruft – oder Niedergeschlagenheit.

Halten wir uns an das Positive.

Know that joy is rarer, more difficult, and more beautiful than sadness. Once you make this all-important discovery, you must embrace joy as a moral obligation.” (André Gide)

. .

“Bitte lächeln!” – Validation, ein Kurzfilm

February 16th, 2010

“Validation” ist ein wunderbarer Kurzfilm von Kurt Koenne, der zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Er soll ein “Märchen über die Magie kostenlosen Parkens” sein – diese Beschreibung ist allerdings eine kleine poetische Irritation. Genauso irritierend ist die Hauptfigur, gespielt von TJ Thyne, der mit Freundlichkeit und Komplimenten den Alltag im Parkhaus eines Shoppingcenters durcheinanderwirbelt – bis er ein neues Foto für den Führerschein braucht, auf dem Lächeln allerdings nicht erlaubt ist …

“Alles ist Scheiße”

February 14th, 2010

Bei Jason Kottke, einem der prominetesten amerikanischen Blogger, habe ich einen Beitrag mit der großartigen Überschrift “Everything sucks and we’re all bitter” gefunden. Dort zitiert er zunächst Mark Morford, einen Kolumnisten bei SFGate, dem Online-Ableger des San Francisco Chronicle, aus dessen Artikel “Why are you so terribly disappointing?“:

Morford beschreibt ironisch, fast schon sarkastisch, wie miserabel alles ist und dass wir genau dies den lieben langen Tag erwarten und runterbeten: Nichts funktioniert; man hat nichts Schickes anzuziehen; der Verkehr ist ein Graus; der Klimawandel immer noch nicht da; soll das wirklich schon alles sein?; Sex ist frustrierend; der Computer lahm; meine Partei hat versagt; und dann dieses bescheuerte Wetter! Alles ist enttäuschend, und wir nutzen jede Gelegenheit, dies rauszuzlassen. Man muss nur in die Blogkommentare, Zeitungsartikel, Leserbriefe schauen, um zu sehen, wie gehässig wir geworden sind. Wir sind in Enttäuschung erstarrt. Sie lässt uns nichts Anderes mehr als Mängel überall sehen, vergiftet unser Herz und zieht uns immer weiter runter. Das hat Morford schön launisch beschrieben (der Artikel erschien auch bei der Huffington Post).

Ein weiterer Link aus Kottkes Blogposting geht in die gleiche Richtung: Der amerikanische Comedian Louis CK nimmt in der Talkshow von Conan O’Brien unsere überzogenen Erwartungen und unsere Dauernörgeleien bezüglich Technik auf die Schippe. “Was? Dein Flug hat unendliche fünf Stunden gedauert? Mann! Früher hättest du für diese Reise 30 Jahre gebraucht.” Es gibt ein Zuviel an negativer Einstellung, und wir sollten in Vielem, über das wir urteilen, sowohl realistischer als auch leichter werden, um uns selbst und unseren Mitmenschen nicht in banalen Alltagsdingen die Hölle heiß zu machen.

Glücklich mit Philosophie – Alain de Botton

February 11th, 2010

Alain de Botton ist der publizistische “Hans Dampf in allen Gassen” unter den Philosophen. In Büchern, Vorträgen und Filmen bringt er umfangreiche und schwierige philosophische Themen allgemeinverständlich auf den Punkt. In Bestsellern wie “Wie Proust Ihr Leben verändern kann” oder “Trost der Philosophie” zeigt er auf leichte und amüsante Weise, wie selbst schwer verständliche Werke verschrobener Philosophen ausgesprochen menschlich und alltagspraktisch verstanden werden können.

.

Aus seiner Fernsehserie “Philosophy: A Guide to Happiness” hier das Video zum Thema “Epikur über das Glück” (auf Englisch).

Alle sechs Teile der Serie findet man bei Interesse auf dieser Seite.

Das Leben vereinfachen – und heiter bleiben!

February 11th, 2010

Kaum habe ich von den Segnungen, das Leben zu vereinfachen, geschrieben, finde ich eine Satire auf die “Simplify”-Listen. Die Liste bei Kung Fu Grippe ist herrlich unsinnig (“1. Remove your doors”, “13. Just stare more”, “14. Fourteen”, “37. More crying but quieter” usw.), und von daher hervorragend geeignet, die Dinge des Lebens heiterer zu sehen. In der Tat – man muss die Verbissenheit aus dem Gesicht kriegen, auch bei guten Vorsätzen. Ein bisschen humorvoller Abstand tut da sehr gut.