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Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

July 14th, 2007

Der direkte Weg ist nicht immer der beste, heißt es. Jedenfalls ist er nicht immer der schönste. Einfache Dinge kompliziert zu machen war eines der Steckenpferde des amerikanischen Cartoonisten und Pulitzer-Preisträgers Rube Goldberg. Simple Tätigkeiten mit einer abstrus komplizierten und verworrenen “Maschine” auszuführen – wie im Fall des “Vereinfachten Bleistiftanspitzers” – dafür bürgerte sich der Name “Rube Goldberg machine” ein. (Mehr von Goldbergs Original-Skizzen auf der offiziellen Seite (just don’t skip the intro).)

Goldbergs “Erfindungen” sind Inspiration für Generationen nachfolgender “Verinfacher”. Ein schönes und ausführliches Beispiel ist diese Reihe für ein japanisches Kinderprogramm. Aber natürlich kann man das heutzutage genauso gut virtuell anwenden. Das dürfte manchem, der das großartige Computerspiel Crazy Machines kennt, vertraut vorkommen – mit dieser leicht zu handhabenden Physikmaschine kann der Umständlichkeitskrämer von heute seine Phantasie so richtig ausleben.

Unter dem gleichen Namen bekannt und ebenfalls kompliziert und schön, allerdings ein paar Jahrhunderte älter, sind die Goldberg-Varitionen von Bach. Besonders prominent sind sie in der Version von Glenn Gould, die manche Kritiker für unnötig verspielt und kompliziert halten. Das passt also gut hierher und hört sich auch einfach gut an. Die Aufnahme von 1956 war seine erste Schallplatteneinspielung und machte ihn berühmt. Noch einmal anders spielte er die Goldberg-Variationen 1981 ein. Eine angenehm “normale”, wenn auch nicht im strengen Sinn virtuose Version ist dagegen die Einspielung von Keith Jarrett, und ein weiterer, nicht von jedem Klassikkenner geschätzter, Versuch der “Vereinfachung” ist die Jazzversion des Jacques Loussier Trio.

Da gab es doch dieses Simulationsvideo einer Musikmaschine, die mit Tischtennisbällen einen ganzen Haufen Instrumente bediente …