Stephan Schleim berichtet auf Telepolis vom aktuellen Stand der Forschung zu den Ursachen von Depressionen. Die These, dass sie auch genetisch bedingt sein könnten, scheint durch eine neue Studie entkräftet worden zu sein. Nachdem man eine zeitlang annahm, dass das Serotonintransporter-Gen das Risiko, von Depressionen betroffen zu sein, erhöhen könnte, zeigte sich nun, dass genau dies nicht der Fall ist. Offenbar wird die Genetik hier überschätzt. Der Einfluss tragischer Lebensereignisse auf Depressionen scheint die wichtigste Ursache zu sein – erfolgversprechende Therapien müssen entsprechend hier ansetzen. Psychische Phänomene sind so komplex, dass es nicht so aussieht, als ob die Genetik hier im großen Umfang Erklärungs- und Behandlungspotenzial besitzt. Allerdings kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass genetische Faktoren existieren, die im Zusammenhang mit Depression stehen.
Nachtrag: Nach einem freundlichen Hinweis von Stephan Schleim hier in den Kommentaren habe ich diesen Beitrag überarbeitet, um Missverständnissen vorzubeugen.
Stephan Schleim: Doch kein Depressions-Gen, telepolis, 2009.
