Würg dich nicht selbst ab

April 20th, 2010 by Björn No comments »

Man kennt das: in einer besonders angespannten Situation, in der man etwas auszuführen hat, was man sonst gut beherrscht – bei einem Vortrag, einem Wettkampf, einer Prüfung usw. – “versagen die Nerven” und man erzielt ein schlechteres Ergebnis als das, was man eigentlich auf dem Kasten hat. Der Grund sind Zweifel und überflüssige Gedanken, die die Handlung beeinträchtigen. Jonah Lehrer hat einen Artikel zu diesem Phänomen geschrieben – “Don’t choke”:

Die Hauptursache dieses “Verschluckens” ist “zuviel denken”, weil wir anfangen Handlungen zu analysieren, die am besten auf Autopilot durchgeführt werden.

Besser, man vermeidet selbstreflexives Denken in solchen Situationen. Einen Vorschlag macht Lehrer, wie man sich mental vielleicht davor wappnen kann: an ganz allgemeine, positive Aspekte der Handlung denken, an “ganzheitliche Schlüsselworte”, wie Psychologen sie nennen, zum Beispiel beschreibende Adjektive wie “ruhig” oder “ausgeglichen”

Bertrand Russell – Shed sunshine and lighten sorrows

April 13th, 2010 by Björn No comments »

“The life of Man is a long march through the night, surrounded by invisible forces, tortured by weariness and pain … One by one, as they march, our comrades vanish from our sight, seized by the silent orders of omnipotent Death. Very brief is the time in which we can help them, in which their happiness or misery is decided. Be it ours to shed sunshine on their path, to lighten their sorrows by the balm of sympathy, to give them the pure joy of a never-tiring affection, to strengthen failing courage, to instil faith in hours of despair. Let us not weigh in grudging scales their merits and demerits, but let us think only of their need — of the sorrows, the difficulties, perhaps the blindnesses, that make the misery of their lives; let us remember that they are fellow-sufferers in the same darkness, actors in the same tragedy with ourselves.”

(Bertrand Russell)

Der Frauen und Weiber Privilegia

April 9th, 2010 by Björn No comments »

“Zum Ersten soll kein Mann ohne wissen seines Weibes gantz und gar nicht aus dem Hause gehen / weder zu Bier / Wein / oder Brand-Wein / wie sie denn Namen haben mögen / sondern was er haben will / soll er seinem Weibe (wie auch die Billigkeit solches erfordert) drum fragen.

Zum 2. und also ihren Consens darüber erwarten.”

Und so weiter. Sehr amüsant. Ein “feministisches Manifest” von ca. 1700 (hier der ganze Text). Zu diesem uralten Menschheitsthema wird es wohl immer ernsthafte und weniger ernstgemeinte Einlassungen geben.

Gefunden habe ich es im wunderbaren Blog Charming Quark.

Depression verringern: Lernziele statt Selbstwertziele

April 9th, 2010 by Björn No comments »

Hier wird von einer Studie berichtet, die besagt, dass Menschen, die kognitiv verletzbar sind, also ein beschädigtes Selbstwertgefühl besitzen, Ziele anstreben, die den Selbstwert stärken beziehungsweise nicht verringern. Menschen mit stabilerem Selbstwertgefühl bevorzugen dagegen Lernziele. Menschen, die danach streben, Verletzungen des Selbstwertgefühls zu vermeiden, tendieren in Stresssituationen dazu, defensive, selbstbehindernde Verhaltensweisen anzunehmen (Rückzug, Grübelei usw.). Menschen mit Lernzielen dagegen neigen in solchen Situationen zu Problemlösungsverhalten. Um Depressionen zu lindern sei es daher hilfreich, sich von Selbstwertzielen auf Lernziele umzuorientieren und die negativen Überzeugungen bezüglich des eigenen Selbstwertes zu verbessern. (“A key to alleviating depression is fostering a shift from self-worth goals to learning goals and from the beliefs underlying self-worth goals to the opposite beliefs.“)

Studie: How goals and beliefs lead people into and out of depression.from Review of General Psychology – Vol 13, Iss 4 by Rothbaum, Fred; Morling, Beth; Rusk, Natalie

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Umschalten! Freundlichkeit macht widerstandsfähiger

March 18th, 2010 by Björn No comments »

Image by Toymanron, morguefile.com

Wenn man auf seinen zurückgelegten Lebenslauf zurücksieht, so kann man in Vorwürfen gegen sich selbst leicht zu weit gehen.” (Arthur Schopenhauer)

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Das Leben hält viele Widrigkeiten bereit – im Großen wie im Kleinen. Philosophen, Sozialreformer und Psychologen singen seit Ewigkeiten ein Lied davon. Einige erleben weniger Belastungen, oder können sie besser wegstecken, andere verlieren den Mut, sind seelisch niedergeschlagen. Ganz unabhängig davon, ob und wie man entmutigende Umstände ändern kann – politisch, moralisch, kulturell, psychologisch – es ist möglich und überlebenswichtig, die psychische Widerstandsfähigkeit und ein positives Selbstbild zu stärken.

Viele Menschen haben Selbstzweifel verinnerlicht, die ihnen aus der Kindheit oder aus ungleichen sozialen Beziehungen oder aus falschen populären Klischees in der Öffentlichkeit erwachsen sind. Unsere Gedanken werden durch diesen Filter aus vergangenen und gegenwärtigen Informationen getrübt. Die Selbstwahrnehmung wird negativ eingefärbt, Motiviation und Agilität werden ausgehölt. Aber warum sollte man in einer Welt, in der man Kränkungen, Niederlagen und Mangel erlebt, zu sich selbst unfreundlich sein? Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund.

Man kann etwas dafür tun, seine Gedanken und seine Stimmungslage wieder auszubalancieren. Man kann mehr freundliche Achtsamkeit in der Wahrnehmung des eigenen Selbst üben. “Sei freundlich zu dir selbst – in einer bewussten Weise.” Dies hat nichts mit Egoismus zu tun, der ein Fehler ganz eigener Art ist, mit dem man letztlich sich selbst Schaden zufügt.

So wie unser Gehirn eine natürliche Tendenz hat, alarmierende, negative Faktoren besonders aufmerksam wahrzunehmen, um uns vor Risiken zu schützen, so ist es andererseits aber auch möglich, durch bewusste Lenkung der Wahrnehmung auf positive, freundliche Gegebenheiten, ein positives Selbstvertrauen aufzubauen. Der Effekt des Lächelns ist real – es gibt definitv keinen objektiven Grund, der es überflüssig macht, das Lächeln von Mitmenschen oder auch das symbolische Lächeln eines sonnigen Tages, einer Blumenwiese oder eines geliebten Kunstwerkes ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu holen. Freundlichkeit sich selbst gegenüber und Achtsamkeit für die freundlichen Momente des Lebens sind wirksame Mittel, das Gehirn von einer selbstschädigenden hin zu einer förderlichen Funktionsweise neu zu justieren.

Wer eines Beispiels bedarf: Menschen in schwierigsten Situationen (wir alle kennen historische Vorbilder), sei es der traumatische Verlust von lieben Personen, sei es Unterdrückung und Inhaftierung in Unrechtsregimen, sei es in der Bewältigung einer übermenschlichen Katastrophe – haben mit dieser Achtsamkeit für sich und für das Gute in ihrer Umwelt nicht nur ihre verzweifelte Lage bewältigt, sondern auch vielen anderen die Kraft gegeben, Mut und Lebenswillen zu behalten.

Das Leben hält viele Widrigkeiten bereit – im Großen wie im Kleinen. Achtsamkeit und Freundlichkeit schaffen die Ressourcen, die uns die Kraft geben, das Gute zu tun und zu sehen und diese Tendenz dadurch weiter bestärken.

Eckart von Hirschhausen auf 3sat

March 15th, 2010 by Björn No comments »

Am 22. März 2010 strahlt 3sat zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr das Programm “Glücksbringer” von Eckart von Hirschhausen aus. Lachen ist die bekanntlich die beste Medizin, wie ja schon der vermeintliche Griesgram Schopenhauer festgestellt hat. Und so berichtet Eckart von Hirschhausen auf satirische Weise von den kleinen Tricks zum Glücklichwerden und den Stolperfallen, die wir uns selbst immer wieder in den Weg legen. Am 22.3. hat ma also Gelegenheit, bequem vom Sofa einen Beitrag zum eigenen Glück zu leisten.

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