Posts Tagged ‘Arbeit’

Motivation: Den Spaß in einer Aufgabe sehen

June 15th, 2011

Die Dinge, die uns schwer fallen oder die durch eine gewisse Hartnäckigkeit und Zähigkeit Überdruss erzeugen, gehen nicht leicht von der Hand. Und doch muss man sie irgendwie erledigen. Wenn man es schafft, ihnen einen übergeordneten intrinsischen Wert zuzuordnen, wäre schon viel gewonnen. Manchmal ist das vielleicht ein bisschen viel verlangt. Aber möglicherweise geht es eine Nummer kleiner – indem man herausfindet, was bei der Bewältigung dieser Aufgabe Spaß machen könnte. Spaß bei der Arbeit – das sollte man sich weder von der eigenen inneren Stimme noch von einem Anderen verbieten lassen. Und es ist ein altes Rezept – mit ein bisschen Zucker schmeckt die Medizin besser:

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Was macht einen guten Chef aus?

September 2nd, 2010

Der Organisationspsychologe Robert Sutton von der Stanford University stellt in seinem Blog eine Liste von 10 Kennzeichen, die einen guten Chef ausmachen, zur Diskussion. Die Liste bezieht sich auf das Verhältnis der Chefs zu ihren Mitarbeitern. Aber wie in der Diskussion der Liste treffend bemerkt wird, sind nur gute Chefs auch ökonomisch effektive Chefs. Dem kann ich aus meiner Praxiserfahrung nur zustimmen. Da wo der Respekt für den Menschen im Mitarbeiter fehlt, sind die unternehmerischen Prozesse ineffektiv! Es ist eben nicht nur aus menschlicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht Gift, wenn es am respektvollen Umgang mit Mitarbeitern mangelt.

Aus Suttons Liste, den Vorschlägen in den Kommentaren, und meinen eigenen Erfahrungen, habe ich diese Liste von 11 Kennzeichen, die einen guten Chef ausmachen, erstellt.

Ein guter Chef oder eine gute Chefin:

1. Hört wirklich zu, ohne vorzutäuschen.

2. Gibt dir die Anerkennung, die du verdient hast – oder sogar mehr.

3. Gibt dir Rückendeckung.

4. Vermeidet es, dich in Verlegenheit zu bringen, und entschuldigt sich, wenn er dich verletzt hat.

5. Setzt sich für deinen Erfolg und deine Weiterbildung ein.

6. Ist ehrlich, aber respektvoll, bezüglich deiner Schwächen und Fehler.

7. Bei Fehlern schafft er Voraussetzungen, um sie zu überwinden.

8. Respektiert dich als Person, und nicht nur für deine Arbeit.

9. Sucht auch das persönliche Gespräch, selbst wenn es nur für eine knappe Minute ist.

10. Sagt “Danke” und “Wie geht’s”

11. Gibt konstruktives Feedback.

Zum selben Thema hier im Blog: Wenn der Chef ein Arschloch ist …

Glückliche Menschen sind produktiver

August 2nd, 2010

Glückliche Menschen sind produktiver – dies zeigt eine Studie des Industrie- und Organisationsökonomen Daniel Sgroi. Eine andere Studie, die zu dem gleichen Ergebnis kommt, wird hier erwähnt.
Arbeitgeber, die sich bemühen, Bedingungen für ein besseres Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer zu schaffen, tun also nicht nur etwas für ihre soziale Verantwortung, sondern auch für die Produktivität ihres Unternehmens.
Aber auch im privaten Bereich oder für Selbständige gilt dies – wer sich besser fühlt, ist besser gewappnet, seine Aufgaben erfolgreich zu meistern.

Wenn der Chef ein Arschloch ist …

July 26th, 2010

… muss man sich emotional schützen, solange man aus dem Job nicht raus kann. Der Organisationspsychologe Robert Sutton von der Stanford University empfiehlt, emotionale Distanz zu herabwürdigenden Arbeitsverhältnissen zu entwickeln, um das Selbstwertgefühl zu schützen. An sich wären unter günstigen Umständen Leidenschaft und Engagement besser – für die Arbeitsergebnisse und die eigene Befriedigung. Unter einem miesen Boss oder in einer vergifteten Arbeitsumgebung kann uns leidenschaftliches Engagement aber zur Verzweiflung oder in die Mutlosigkeit treiben. Einen Schritt zurückzutreten und Distanz zu wahren, kann davor schützen. Mehr dazu in Robert Suttons Blogpost “The Fine Art of Emotional Detachment – Why Indifference is as Important as Passion“.

Sutton ist der Autor des Buches “Der Arschloch-Faktor“, in dem er auf erfrischende Weise erklärt, dass die Bedeutung von Arschlöchern im Arbeitsleben chronisch unterschätzt wird. Sie frustrieren die Mitmenschen und schaden dem Unternehmen. Wer davon betroffen ist, sollte Suttons Anti-Arschlochstrategie ausprobieren. Und Unternehmen sollten aus ökonomischen und aus ethischen Gründen für ein positiveres Arbeitsklima sorgen und Arschlöchern Einhalt gebieten.
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Zum selben Thema hier im Blog: Was macht einen guten Chef aus?

Motivation durch Autonomie und sinnvolle Zwecke

July 2nd, 2010

Die RSA, die Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce, lädt regelmäßig Fachleute aus verschiedenen Bereichen ein, um inspirierende Ideen vorzutragen, die sie in ihrem Betätigungsfeld gesammelt haben.

Der Ökonom Dan Pink hat einen Vortrag zu ungewohnten Erkenntnissen über Antrieb und Motivation von Menschen gehalten, der in dem folgenden Video in einer faszinierenden Animation dargestellt wird. Zunächst führt Pink aus, dass das verbreitete Konzept von Motivieren durch Belohnen und Strafen nur sehr eingeschränkt gültig ist, nämlich nur für solche Aufgaben, die regelmäßig, mechanisch und ohne kognitive Anforderungen zu erfüllen sind. Sobald aber Kreativität und Kopfarbeit einen Teil der Arbeit ausmachen, führen hohe Belohnungen überraschenderweise zu schlechteren Ergebnissen.

Systeme, die auf Belohnen und Strafen aufbauen, lassen aber in der Regel eine andere Art von Motivation völlig außer Acht – nämlich intrinsische Motive. Menschen werden nicht nur für Geld oder zur Befriedigung biologischer Grundbedürfnisse aktiv, sie tun daneben auch Dinge, die sie interessant finden, die innere Befriedigung liefern oder die einem größeren Zweck dienen. Und genau diese Motivationsfaktoren sind es, die in der Arbeitswelt zwar meistens ignoriert werden, die aber sowohl gute Ergebnisse befördern als auch eine größere Befriedigung verschaffen. Autonomy, Mastery and Purpose nennt Pink diese Faktoren, die zentral für den Menschen sind, weil wir nicht nur Profitmaximierer, sonder auch Zweckmaximierer seien. “We are not endlessly manipulable” – wir sind nicht endlos manipulierbar, sagt Pink.
Dort, wo die intrinsischen Motivationsfaktoren – Autonomie, Eigenregie, Sinnerfüllung – eine Rolle spielen, entwickeln die Beteiligten Engagement, und deshalb neue, gute Ideen und gute Ergebnisse. “They make us better off, and the world a little bit better.”

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Nachtrag: Der Ökonom Dan Ariely spricht in einem Vortrag ebenfalls über “irrationale Anreize“, also darüber, dass und warum finanzielle Anreize nicht immer erfolgreich motivieren.

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Gute lebendige Beziehungen und Anerkennung im Job sind wichtig fürs Glück

June 29th, 2010

Statische Zustände wie “verheiratet sein” oder “Arbeit haben” sind weniger ausschlaggebend für das subjektive Glücksempfinden als Ereignisse wie “eine neue Beziehung anfangen” oder “eine Belohnung im Job erhalten”. Eine statistische Studie, die 2007 unter dem Titel “Measuring the impact of major life events upon happiness” im International Journal of Epidemiology erschienen ist [via], hat Daten des Britischen Household Panel Survey ausgewertet, und stellt fest, dass das Eintreten von Einzelereignissen den größten Beitrag zum Glücksempfinden von Individuen leistet. Dementsprechend haben gute dynamische zwischenmenschliche Beziehungen sowie Arbeitsverhältnisse, in denen Anerkennung immer wieder erlebt wird die größte Bedeutung im Leben.
Ein einmal erreichter Status verliert mit der Zeit seine Relevanz für das Glücksempfinden – dieser Gratifikationszerfall ist empirisch gut belegt (Achtsamkeitsübungen oder beispielsweise ein Gute-Dinge-Tagebuch sind gute Methoden, diese “Glücksverluste” einzudämmen.) Daher sind menschliche Beziehungen, Jobs, Ausbildungsverhältnisse und so weiter, die dynamisch immer wieder mal zu positiven Ereignissen führen, von zentraler Bedeutung für das Glücksempfinden. Dies gilt zwar auch für materielle Ereignisse wie den Autokauf, aber der Abnutzungseffekt materiellen Zugewinns ist auch gut belegt, und daher als Glücksstrategie im Sinne einer kontinuierlichen und langanhaltenden Förderung der Zufriedenheit nur in Einzelfällen geeignet.
Menschliche Beziehungen und ein Job, der Anerkennung bietet, sind die wesentlichen Faktoren für ein glückliches Leben.

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Dazu passend: Eric Barker, von dem auch der Hinweis auf die oben genannte Studie stammt, hat einen wertvollen Tipp, wie man seine Beziehung verbessert: Eine Studie, die unter dem Titel “How was your day?” veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass positive Gefühle verstärkt wurden, wenn man seinem Partner von einem positiven Ereignis des Tages erzählt hat. Und ebenso positiv wirkt es sich aus, wenn der Partner von seinem positivsten Tagesereignis berichtet.