Posts Tagged ‘Depression’

Welche Folgen spürt man beim Absetzen von Antidepressiva?

January 18th, 2014

Zufälligerweise bin ich über zwei Artikel gestolpert, die darüber berichten, welche Auswirkungen beim Absetzen von Antidepressiva beobachtbar sein könnten. Patienten, die in Rücksprache mit ihrem Experten in der Behandlung das Medikament absetzen, können sich bei “Psychiatrie to go” oder bei “dasGehirn.info” informieren.

Das Faszinierende der Genüsse: Psychologischer Essentialismus gegen den Fatalismus der Evolutionären Psychologie

June 30th, 2010

Paul Bloom, Professor für Psychologie an der Yale University, hat mit “How Pleasure Works” ein interessantes Buch über die edlen und weniger noblen Ursprünge menschlicher Freuden geschrieben. Die Rezensenten des Buches (eine Auswahl auf der Webseite des Autors) zeigen sich begeistert, zumal Bloom offenbar interessante neue Perspektiven auf psychologische Phänomene aufweist. Insbesondere in den USA, aber auch bei uns in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen hat die Evolutionäre Psychologie viele Interpretationen der letzten Jahre geprägt. Bloom wendet stattdessen einen Psychologischen Essentialismus an, was allerdings nicht bedeutet, dass er sich damit gegen die Evolutionäre Psychologie stellt. Dies zeigt eine interessant zu lesende E-Mail-Diskussion von Bloom mit dem Psychologen Peter Kramer, die auf slate.com zu lesen ist. Sie vermittelt einen Eindruck zum Einen von den Leistungen einer Evolutionären und einer Essentialistischen Psychologie, zum anderen davon, welche Bedeutung Genüsse im Leben haben.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der ersten E-Mail von Peter Kramer, der sich mit evolutionären Erklärungen von Depressionen nicht zufrieden gibt (mehr dazu im Verlauf dieser E-Mail-Diskussion):

I tend to get grumpy about modern psychology on two counts: It is besotted with Darwin, and it defines the social universe in terms of what is readily measured. The focus on natural selection creates a temptation to conclude that what ever it is (e.g., depression) is good, because it has survived. …
It’s easy to demonstrate that tasters prefer cheap wine when it’s presented in fancy bottles. That experiment is cited in almost every overview on the topic of choice. … But what we get wrong is easier to discuss than what we get right. How is it that, when they’re not fooled, humans can be oenophiles, discerning and enjoying subtle differences between vintages of burgundy? … Psychology is less attentive to drinks than to the containers that hold them. …
Much of your answer derives from a reasonably new movement in psychology, essentialism. That perspective takes into account the notion that humans go beyond thinking about qualities (like piquancy) to interacting with entities (like home cooking). We believe, as you put it, “that things have an underlying reality or true nature that one cannot observe directly and it is this hidden nature that really matters.”

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Depression bislang nicht genetisch erklärbar

April 29th, 2010

Stephan Schleim berichtet auf Telepolis vom aktuellen Stand der Forschung zu den Ursachen von Depressionen. Die These, dass sie auch genetisch bedingt sein könnten, scheint durch eine neue Studie entkräftet worden zu sein. Nachdem man eine zeitlang annahm, dass das Serotonintransporter-Gen das Risiko, von Depressionen betroffen zu sein, erhöhen könnte, zeigte sich nun, dass genau dies nicht der Fall ist. Offenbar wird die Genetik hier überschätzt. Der Einfluss tragischer Lebensereignisse auf Depressionen scheint die wichtigste Ursache zu sein – erfolgversprechende Therapien müssen entsprechend hier ansetzen. Psychische Phänomene sind so komplex, dass es nicht so aussieht, als ob die Genetik hier im großen Umfang Erklärungs- und Behandlungspotenzial besitzt. Allerdings kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass genetische Faktoren existieren, die im Zusammenhang mit Depression stehen.

Nachtrag: Nach einem freundlichen Hinweis von Stephan Schleim hier in den Kommentaren habe ich diesen Beitrag überarbeitet, um Missverständnissen vorzubeugen.

Stephan Schleim: Doch kein Depressions-Gen, telepolis, 2009.

Ein Mittel gegen gute Laune

April 26th, 2010

Das amerikanische Satiremagazin “The Onion” ist bekannt für seinen bösen Humor, vergleichbar mit der deutschen “Titanic”. Auf der Webseite der Onion gibt es ein Video, das der Frage nachgeht, wie man die “unerträglichen Gutgelaunten” wieder “gesund” machen und wie man sich einfach wieder normal beschissen fühlen kann. Vorgestellt wird das Medikament Despondex gegen Fröhlichkeit: “Ein großer Schritt vorwärts im Kampf gegen Ausgelassenheit”, wie die Fachleute von The Onion sagen.
Leider ist das Video kontraproduktiv – Lachen macht gute Laune.

Depression verringern: Lernziele statt Selbstwertziele

April 9th, 2010

Hier wird von einer Studie berichtet, die besagt, dass Menschen, die kognitiv verletzbar sind, also ein beschädigtes Selbstwertgefühl besitzen, Ziele anstreben, die den Selbstwert stärken beziehungsweise nicht verringern. Menschen mit stabilerem Selbstwertgefühl bevorzugen dagegen Lernziele. Menschen, die danach streben, Verletzungen des Selbstwertgefühls zu vermeiden, tendieren in Stresssituationen dazu, defensive, selbstbehindernde Verhaltensweisen anzunehmen (Rückzug, Grübelei usw.). Menschen mit Lernzielen dagegen neigen in solchen Situationen zu Problemlösungsverhalten. Um Depressionen zu lindern sei es daher hilfreich, sich von Selbstwertzielen auf Lernziele umzuorientieren und die negativen Überzeugungen bezüglich des eigenen Selbstwertes zu verbessern. (“A key to alleviating depression is fostering a shift from self-worth goals to learning goals and from the beliefs underlying self-worth goals to the opposite beliefs.“)

Studie: How goals and beliefs lead people into and out of depression.from Review of General Psychology – Vol 13, Iss 4 by Rothbaum, Fred; Morling, Beth; Rusk, Natalie

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