Posts Tagged ‘Glück’

Eckart von Hirschhausen auf 3sat

March 15th, 2010

Am 22. März 2010 strahlt 3sat zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr das Programm “Glücksbringer” von Eckart von Hirschhausen aus. Lachen ist die bekanntlich die beste Medizin, wie ja schon der vermeintliche Griesgram Schopenhauer festgestellt hat. Und so berichtet Eckart von Hirschhausen auf satirische Weise von den kleinen Tricks zum Glücklichwerden und den Stolperfallen, die wir uns selbst immer wieder in den Weg legen. Am 22.3. hat ma also Gelegenheit, bequem vom Sofa einen Beitrag zum eigenen Glück zu leisten.

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Wünsche

February 25th, 2010

Everyone wants stuff. We wake up everyday with a list of wishes a mile long and maybe we spend our lives trying to make those wishes come true. But just because we want them doesn’t mean we need them to be happy.” (Aus der US Fernsehserie “Pushing Daisies”)

via 52hearts

“Alles ist Scheiße”

February 14th, 2010

Bei Jason Kottke, einem der prominetesten amerikanischen Blogger, habe ich einen Beitrag mit der großartigen Überschrift “Everything sucks and we’re all bitter” gefunden. Dort zitiert er zunächst Mark Morford, einen Kolumnisten bei SFGate, dem Online-Ableger des San Francisco Chronicle, aus dessen Artikel “Why are you so terribly disappointing?“:

Morford beschreibt ironisch, fast schon sarkastisch, wie miserabel alles ist und dass wir genau dies den lieben langen Tag erwarten und runterbeten: Nichts funktioniert; man hat nichts Schickes anzuziehen; der Verkehr ist ein Graus; der Klimawandel immer noch nicht da; soll das wirklich schon alles sein?; Sex ist frustrierend; der Computer lahm; meine Partei hat versagt; und dann dieses bescheuerte Wetter! Alles ist enttäuschend, und wir nutzen jede Gelegenheit, dies rauszuzlassen. Man muss nur in die Blogkommentare, Zeitungsartikel, Leserbriefe schauen, um zu sehen, wie gehässig wir geworden sind. Wir sind in Enttäuschung erstarrt. Sie lässt uns nichts Anderes mehr als Mängel überall sehen, vergiftet unser Herz und zieht uns immer weiter runter. Das hat Morford schön launisch beschrieben (der Artikel erschien auch bei der Huffington Post).

Ein weiterer Link aus Kottkes Blogposting geht in die gleiche Richtung: Der amerikanische Comedian Louis CK nimmt in der Talkshow von Conan O’Brien unsere überzogenen Erwartungen und unsere Dauernörgeleien bezüglich Technik auf die Schippe. “Was? Dein Flug hat unendliche fünf Stunden gedauert? Mann! Früher hättest du für diese Reise 30 Jahre gebraucht.” Es gibt ein Zuviel an negativer Einstellung, und wir sollten in Vielem, über das wir urteilen, sowohl realistischer als auch leichter werden, um uns selbst und unseren Mitmenschen nicht in banalen Alltagsdingen die Hölle heiß zu machen.

Glücklich mit Philosophie – Alain de Botton

February 11th, 2010

Alain de Botton ist der publizistische “Hans Dampf in allen Gassen” unter den Philosophen. In Büchern, Vorträgen und Filmen bringt er umfangreiche und schwierige philosophische Themen allgemeinverständlich auf den Punkt. In Bestsellern wie “Wie Proust Ihr Leben verändern kann” oder “Trost der Philosophie” zeigt er auf leichte und amüsante Weise, wie selbst schwer verständliche Werke verschrobener Philosophen ausgesprochen menschlich und alltagspraktisch verstanden werden können.

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Aus seiner Fernsehserie “Philosophy: A Guide to Happiness” hier das Video zum Thema “Epikur über das Glück” (auf Englisch).

Alle sechs Teile der Serie findet man bei Interesse auf dieser Seite.

Optimismus mit Schopenhauer

February 4th, 2010

Ausgerechnet Schopenhauer als Ratgeber für eine optimistische Sichtweise? Das scheint ein Widerspruch zu sein!

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer ist allgemein bekannt als Pessimist. Seinen scharfsinnigen, nüchternen Schlussfolgerungen und Formulierungen zollen viele bedeutende Philosophen Respekt, doch seiner negativen Einschätzung der Wirklichkeit schließen sich nur die wenigsten an. Stattdessen der Vorwurf: Er sei ein Misanthrop, und seine Griesgrämigkeit übertrieben und unnötig. Daran ist viel wahr.

Dennoch hat uns Schopenhauer einen großen Gefallen getan. Indem er zeigte, was die größten Irrtümer auf der Suche nach dem Glück sind (Reichtum, Macht, Eitelkeit …) und einen vorgegebenen, positiven Sinn des Universums leugnete, hat er unsere Illusionen deutlich und nüchtern aufgezählt. Auf deren Verwirklichung brauchen wir uns keine realistische Hoffnung zu machen: Dass man mit Reichtum oder Ehrgeiz glücklich wird, dass es eine übergeordnete metaphysische Instanz gibt, die die Welt zum Guten eingerichtet hat und darauf achtet, dass jeder guten Seele ein friedliches und gutes Leben beschieden ist, ist offenkundig nicht wahr. Gewalt, Elend, Krankheit, Einsamkeit strafen jede rosarote Weltsicht lügen.

Dass es aber unerträglich ist, in Sack und Asche zu gehen, dass die menschliche Psyche unter einer so deprimierenden Aussicht zusammenbrechen muss, wenn es keine Mittel und Wege gibt, etwas für das Glück zu tun, das wusste auch Schopenhauer (der ja nicht die Ursache dieser Situation, wie er sie sieht, ist, sondern sie nur aufrichtig und realistisch beschrieben hat). Der Wunsch, glücklich zu sein, war Schopenhauer ganz und gar nicht fremd; er war nur ernüchtert über die Möglichkeiten, diesen Wunsch zu verwirklichen.

Den leeren metaphysischen Glücksversprechungen und den Irrtümern und Illusionen der Menschen konnte man nicht vertrauen, um zuverlässig glücklich zu werden. Vielmehr muss man seine physischen und psychischen Möglichkeiten schon realistisch einschätzen, um dahin zu kommen. Dass der Mensch dieses Glücksbedürfnis (und andere emotionale und soziale Bedürfnisse) hat, stand für Schopenhauer außer Frage. Seine psychologischen Analysen sind heute noch bemerkenswert realistisch und treffend.

Und so können wir uns heute Schopenhauers Bemerkungen ganz anders zu eigen machen. Seinen Pessimismus und die scheinbare Griesgrämigkeit brauchen wir nicht zu teilen. Sie lassen sich verstehen als eine Reaktion auf die Luftschlösser und falschen Versprechungen der Philosophen und Theologen seiner Zeit. Es gibt eine großartige Textstelle in den “Aphorismen zur Lebensweisheit” – eine der populärsten Schriften Schopenhauers – , die seine gar nicht so unfreundliche, aber realistische psychologische Sichtweise belegt und die uns zeigt, welche positiven psychischen Faktoren wichtig sind, um uns zu motivieren und Lebensfreude zu empfinden, ohne dass man sich dazu in Illusionen verlieren muss:

“Was nun aber … uns am unmittelbarsten beglückt, ist die Heiterkeit des Sinnes: denn diese gute Eigenschaft belohnt sich augenblicklich selbst. Wer eben fröhlich ist hat allemal Ursache es zu sein: nämlich eben diese, daß er es ist. Nichts kann so sehr, wie diese Eigenschaft, jedes andere Gut vollkommen ersetzen; während sie selbst durch nichts zu ersetzen ist. Einer sei, jung, schön, reich und geehrt; so fragt sich, wenn man sein Glück beurteilen will, ob er dabei heiter sei: ist er hingegen heiter, so ist es einerlei, ob er jung oder alt, gerade oder bucklig, arm oder reich sei; er ist glücklich. In früher Jugend machte ich einmal ein altes Buch auf, und da stand: »wer viel lacht ist glücklich, und wer viel weint ist unglücklich« – eine sehr einfältige Bemerkung, die ich aber, wegen ihrer einfachen Wahrheit, doch nicht habe vergessen können, so sehr sie auch der Superlativ eines Trueism’s ist. Dieserwegen also sollen wir der Heiterkeit, wenn immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen: denn sie kommt nie zur unrechten Zeit; statt daß wir oft Bedenken tragen, ihr Eingang zu gestatten, indem wir erst wissen wollen, ob wir denn auch wohl in jeder Hinsicht Ursache haben, zufrieden zu sein; oder auch, weil wir fliehten, in unsern ernsthaften Überlegungen und wichtigen Sorgen dadurch gestört zu werden: allein was wir durch diese bessern, ist sehr ungewiß; hingegen ist Heiterkeit unmittelbarer Gewinn. Sie allein ist gleichsam die bare Münze des Glückes und nicht wie alles andere, bloß der Bankzettel; weil nur sie unmittelbar in der Gegenwart beglückt; weshalb sie das höchste Gut ist für Wesen, deren Wirklichkeit die Form einer unheilbaren Gegenwart zwischen zwei unendlichen Zeiten hat. Demnach sollten wir die Erwerbung und Beförderung dieses Gutes jedem andern Trachten vorsetzen.”

Um optimistisch zu sein, muss man realistisch sein. Illusionen und falsche Versprechungen sind keine wirkliche Hilfe. Ebensowenig ist ein dauernder Pessimismus von Nutzen. Er ist ebenso unrealistisch wie der überzogene Optimismus. Menschen machen sich Hoffnungen, und dazu dürfen sie sich ruhig positiv motivieren, ohne Angst zu haben, dadurch “in unseren wichtigen Sorgen gestört zu werden.” Man muss nur auf dem Boden bleiben, wozu Realismus und Optimismus am besten geeignet sind.
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Was ist schlecht am positiven Denken? Teil 1

January 13th, 2010
laugh

Image: federico stevanin / FreeDigitalPhotos.net

“Nun, gezweifelt ist genug.” Goethe

Es ist nicht immer leicht, den Kopf über Wasser zu halten und optimistisch die großen und kleinen Aufgaben des Alltags zu bewältigen. Es gibt genügend Ereignisse, die uns die Laune verderben oder den Mut nehmen. Besonders hinterhältig an solchen negativen Erfahrungen ist, dass sie uns leicht in eine motivationale Abwärtsspirale befördern. Alltägliche ebenso wie unvorhergesehene Stressfaktoren erscheinen größer oder sogar unüberwindbar, wenn man bereits emotional oder psychisch angeschlagen ist.

Ist die Stimmung genügend weit im Keller oder das Selbstbewusstsein angegraben, wird selbst die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten. Jedoch – man kann was tun!

Das vielgeschmähte positive Denken ist die natürliche Medizin, um das Selbstvertrauen zu stärken und den Optimismus zu erzeugen, den man braucht, um Dinge geregelt zu kriegen. Gurus und hochbezahlte Motivationsstars haben das positive Denken in Misskredit gebracht. Man muss sich davon nicht irritieren lassen – es handelt sich um klare Fälle von Fehlanwendungen, die bei fast allen segensreichen Mitteln, die den Menschen zur Verfügung stehen, eine Gefahr sind. Welches und wieviel positives Denken gut ist – dazu werde ich hier eine kleine Artikelserie schreiben.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass die einzige angemessene Antwort auf negative Gefühle und Gedanken eine realistisch-positive Einstellung ist. Wer realistisch ist und  positiv denkt, kann viel gewinnen (angesichts von verbreiteten zwischenmenschlichen Atmosphärenstörungen und zunehmenden seelischen Leiden geht es oft eher um ein Zurückgewinnen.)

Training lautet die Devise. Es gilt, die Aufmerksamkeit auf positive Ziele, positive Erlebnisse und die eigenen Stärken zu lenken – und vor allem, indem man die Endlosschleife der negativen Gefühle unterbricht. Selbstvertrauen kann man fördern, indem man bewusst die Mühle der Selbstzweifel unterbindet, innerlich gute Bilder visualisiert (denken sie an einen Schmetterling, eine Blumenwiese – an irgendetwas Harmloses) und sich darin übt, sich selbst zu akzeptieren. Man muss eine tägliche Routine entwickeln, gut von sich selbst zu denken und positive Ereignisse wahrzunehmen und zu erinnern. Dies ist auch das Ziel von psychotherapeutischen Methoden wie der kognitiven Verhaltenstherapie, die bei psychischen Leiden zu den erfolgreichsten Verfahren gehört.

Über Vorteile und Fallstricke des positiven Denkens, Kritik und Realismus, Philosophie und Psychologie werde ich auf diesem Weblog in den nächsten Wochen schreiben. Oberflächliche Forderungen, “einfach positiv” zu sein und zu lächeln, haben mich lange gestört. Warum solche Rezepte nicht taugen, und wo die Kritik daran auch nicht weiterführt, werde ich im nächsten Teil erläutern.

(Image courtesy of : federico stevanin / FreeDigitalPhotos.net)

Hier geht es weiter:
Was ist schlecht am positiven Denken? Teil 2