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Wichtig: Über Wünsche und Gefühle reden

April 11th, 2011

In persönlichen Beziehungen ist es wichtig, dass man ausspricht, was einem wichtig ist: wie man sich fühlt, oder was man sich wünscht. Gerade in schwierigen Situationen, wo Unsicherheiten und Missverständnisse bestehen, kommt es darauf an, dass man seine Bedürfnisse klar zum Ausdruck bringt.
Andererseits wissen wir alle, wie schwer es ist, a) zu sagen, was man fühlt und b) die Stimmung dadurch nicht noch komplizierter zu machen. Denn oft sind die Reaktionen auf Gefühlsäußerungen nicht gerade ermunternd und die Missverständnisse scheinen sich zu vervielfachen, so dass man lieber nur teilweise oder gar nicht mitteilt, was einen bewegt. Und das führt dann dazu, dass man selbst in Situationen, wo es angebracht ist und auch wirklich weiterhelfen würde, nicht in der Lage ist, Wünsche und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Man hat dann die berühmte Schere im Kopf, die einen von den wichtigen, authentischen Äußerungen abhält. Und oft ist einem die Schere schon gar nicht mehr bewusst, weil das Zurückhalten solcher Gefühle schon verinnerlicht wurde

Das ist natürlich fatal. Und man sollte daran arbeiten, sich seine Gefühle bewusst zu machen und darüber sprechen zu können. Und man darf gerade auch Selbstvertrauen entwickeln, um zu seinen Bedürfnissen und Ansichten zu stehen. Leider gibt es einige Gründe, die uns davon abhalten, unsere Gefühle und Bedürfnisse auszusprechen, oder dies in einer Weise zu tun, wie es wirklich in unserem Interesse ist.

1. In der Regel haben wir es nicht gelernt, über unsere Gefühle zu sprechen. Beim Heranwachsen war es in der Interaktion mit Eltern, Geschwistern und Mitschülern meistens nicht gerade üblich, in einer verständnisvollen Atmosphäre über Wünsche und Gefühle zu reden. Man kann da den Anderen keinen Vorwurf machen, denn die haben es ja auch nicht gelernt. Denken wir nur mal daran, in was für einer Zeit unsere Eltern aufgewachsen sind, und deren Eltern, und so weiter. Zu Zeiten des Kaiserreichs oder des Nationalsozialismus war “emotionale Intelligenz”, wie das Modewort dafür heute heißt, weitgehend vernachlässigt. Fast jeder hat also in der Familie schon eine gewisse Unfähigkeit erlebt, sich vernünftig und aufrichtig mit Gefühlen auseinanderzusetzen, ohne dass daraus Hohn oder Demütigung entstanden.

2. Oft haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Reaktionen auf die Äußerung von Gefühlen und Bedürfnissen sehr unvorteilhaft waren, so dass sich der Eindruck verfestigt hat, dass es besser ist, unsere Gefühle nicht offen auszusprechen. Da wir aber gar nicht anders können, als unseren Gefühlen zu folgen, weichen wir in strategische Spielchen aus, wie wir sie im Alltag im Kampf um Selbstbehauptung auch viel öfter erleben. Leider führen diese indirekten Selbstbehauptungsstrategien oft zu nichts Gutem. Und insbesondere sind unsere Gefühle auf diese Weise überhaupt nicht klar erkennbar. So MUSS es zu Missverständnissen und Verschlechterung der Beziehung kommen. Wir kommen so also kein Stück weiter, im Gegenteil, wir legen uns auf Auseinandersetzungen fest, die wir überhaupt nicht gebrauchen können.

3. Oft sind wir uns selbst gar nicht im Klaren darüber, was das Beste für uns ist, obwohl wir natürlich einen gegenteiligen Eindruck haben. Indem wir die falschen oder nachrangigen Bedürfnisse verfolgen und dabei auch noch die strategischen Spielchen spielen, stehen wir uns selbst im Weg und können gar nicht ans Ziel kommen. Wir haben das Ziel ja nicht einmal vor Augen.

Hätten wir eine bessere Übung darin, über unsere Gefühle und Bedürfnisse zu reden, und würden wir dies mit mehr gegenseitigem Verständnis und mehr Geduld tun, würden wir wohl auch besser wissen, was gut für uns ist, was wir brauchen. Wir würden jedenfalls nicht so weit davon weggetragen, indem wir streiten und Ersatzkämpfe ausfechten, um uns selbst zu behaupten, oder indem wir unsere wahren Bedürfnisse verschweigen. Es ist in jedem Fall besser, ein wenig achtsam mit sich selbst – und natürlich auch mit den anderen – zu sein. Man kann dadurch nur gewinnen.

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Gute lebendige Beziehungen und Anerkennung im Job sind wichtig fürs Glück

June 29th, 2010

Statische Zustände wie “verheiratet sein” oder “Arbeit haben” sind weniger ausschlaggebend für das subjektive Glücksempfinden als Ereignisse wie “eine neue Beziehung anfangen” oder “eine Belohnung im Job erhalten”. Eine statistische Studie, die 2007 unter dem Titel “Measuring the impact of major life events upon happiness” im International Journal of Epidemiology erschienen ist [via], hat Daten des Britischen Household Panel Survey ausgewertet, und stellt fest, dass das Eintreten von Einzelereignissen den größten Beitrag zum Glücksempfinden von Individuen leistet. Dementsprechend haben gute dynamische zwischenmenschliche Beziehungen sowie Arbeitsverhältnisse, in denen Anerkennung immer wieder erlebt wird die größte Bedeutung im Leben.
Ein einmal erreichter Status verliert mit der Zeit seine Relevanz für das Glücksempfinden – dieser Gratifikationszerfall ist empirisch gut belegt (Achtsamkeitsübungen oder beispielsweise ein Gute-Dinge-Tagebuch sind gute Methoden, diese “Glücksverluste” einzudämmen.) Daher sind menschliche Beziehungen, Jobs, Ausbildungsverhältnisse und so weiter, die dynamisch immer wieder mal zu positiven Ereignissen führen, von zentraler Bedeutung für das Glücksempfinden. Dies gilt zwar auch für materielle Ereignisse wie den Autokauf, aber der Abnutzungseffekt materiellen Zugewinns ist auch gut belegt, und daher als Glücksstrategie im Sinne einer kontinuierlichen und langanhaltenden Förderung der Zufriedenheit nur in Einzelfällen geeignet.
Menschliche Beziehungen und ein Job, der Anerkennung bietet, sind die wesentlichen Faktoren für ein glückliches Leben.

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Dazu passend: Eric Barker, von dem auch der Hinweis auf die oben genannte Studie stammt, hat einen wertvollen Tipp, wie man seine Beziehung verbessert: Eine Studie, die unter dem Titel “How was your day?” veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass positive Gefühle verstärkt wurden, wenn man seinem Partner von einem positiven Ereignis des Tages erzählt hat. Und ebenso positiv wirkt es sich aus, wenn der Partner von seinem positivsten Tagesereignis berichtet.