Posts Tagged ‘Psychologie’

Natürlich gibt es Willensfreiheit

March 7th, 2012

Die Hirnforschung hat in den letzten Jahrzehnten viel Aufmerksamkeit bekommen. Viel Geld wurde in die Forschung investiert, zahlreiche Institutionen sind in diesem Bereich neu entstanden, und faszinierende Erkenntnisse über die Vorgänge im menschlichen Gehirn wurden zutage gefördert. Ein Großteil der Fortschritte in der Psychologie basiert auf diesem neuen Wissen.
Wie so oft, wenn eine wissenschaftliche Disziplin in ihrer Blüte steht, haben Vertreter dieser Forschungsrichtung ihre Erfahrungen verallgemeinert, um einige uns ständig bewegende philosophische Fragen aus ihrer Sicht zu beantworten. In diesem Fall haben sich einige Hirnforscher prominent mit der Behauptung hervorgetan, es gäbe keine Willensfreiheit – so zum Beispiel Gerhard Roth und Wolf Singer. Ein häufig angeführtes Argument stützt sich dabei auf Experimente, die gezeigt haben, dass – bevor die Testpersonen bewusst äußerten, dass sie eine Entscheidung getroffen haben – schon längst eine Aktivität im Gehirn gemessen wurde.

Andere Fachleute und eine Vielzahl von Philosophen halten dieses Argument für kurios. Denn aus der Tatsache, dass vor der bewusst gewordenen Entscheidung schon Hirnprozesse zu diesem Ereignis hingeführt haben, folgt keineswegs, dass es keinen freien Willen gibt. Es sei denn, die Existenz von Gehirnaktivität ist schon als solche ein Argument gegen die Willensfreiheit – und diese Annahme ist eben kurios. Unsere mentalen Vorgänge laufen eben im Gehirn ab, das weiß heute jedes Schulkind. Und das faszinierende Wechselspiel von Gehirnaktivität und anderen körperlichen Prozessen, das unsere Emotionen hervorbringt, hat beispielsweise der kanadische Hirnforscher Joseph LeDoux eindrucksvoll in seinem Bestseller “Das Netz der Gefühle” beschrieben.

Jeder Mensch weiß, wann er einem anderen Wesen begegnet, das einen freien Willen hat – und wann dies nicht der Fall ist. Wir wissen, wann es sinnvoll ist, jemandem zu sagen: „Tu dies nicht!“ Wir erleben auch laufend, dass wir einem plötzlichen Impuls nicht immer sofort nachgeben, sondern innehalten können, um zu überlegen, ob wir etwas doch nicht tun oder vielleicht auch erst später tun wollen. Die Philosophen sind überwiegend der Meinung – so zum Beispiel Peter Bieri, Ernst Tugendhat und Ansgar Beckermann – dass die Hirnforscher, die die Willensfreiheit verneinen, keine überzeugenden Argumente vorgelegt haben, ja dass sie eigentlich recht deutlich zu erkennende Argumentationsfehler begehen, die schon in früheren Stadien der Diskussion über Willensfreiheit überwunden worden sind.

Menschen besitzen Willensfreiheit nicht trotz ihres Gehirns, sondern gerade wegen der Beschaffenheit des menschlichen Gehirns und der dadurch möglichen Fähigkeiten. Willensfreiheit findet im Gehirn statt – wo denn sonst?! – und wird folgerichtig auch in Form bestimmter Aktivitäten nachweisbar sein. Meine Entscheidung, jetzt doch nicht einen Schluck aus dem Kaffeebecher zu nehmen, sondern zuerst diesen Satz zu Ende zu schreiben, sollte mit geeigneten Verfahren in meinem Gehirn nachweisbar sein. Daran ist nichts Geheimnisvolles. Oder hatten die Hirnforscher gerade das erwartet – etwas Geheimnisvolles, das nichts mit dem Gehirn zu tun hat?
Es ist für das Menschenbild ganz beruhigend und natürlich, ein Gehirn zu haben. Die schrillen Behauptungen rund ums Gehirn, die man in den letzten Jahren immer wieder hört, führen höchstens zu einer Irritation über etwas, womit das normale Alltagsempfinden kein Problem hat: nämlich dass Gedanken, Erinnerungen, Gefühle und Entscheidungen in einem Körper stattfinden, und in einem anderen Körper finden die dort eigenen Gedanken, Erinnerungen, Gefühle und Entscheidungen statt. Das Organ für die kognitiven Prozesse ist das Gehirn, und manche dieser Prozesse sind beim Menschen aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten frei.

Der Mensch ist nicht Sklave seiner Triebe oder seiner Wünsche. Er kann überlegen. Und ein aufgeklärter Mensch geht davon aus, dass solche Überlegungen in Form neuronaler Prozesse im Gehirn stattfinden. Manche neuronalen Prozesse entsprechen unkontrollierten Impulsen, andere neuronalen Prozesse entsprechen den Überlegungen bei einer freien Wahl zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen. Im Gehirn, das zeigt uns die Hirnforschung, finden zahlreiche unterschiedliche Typen von Aktivitäten statt – so wie auf der Autobahn auch unterschiedliche Typen von Fahrzeugen unterwegs sind: PKW, Busse, LKW, Motorräder. Und die Autobahn ist im Vergleich zum Gehirn ein ziemlich primitives System. Das Gehirn kann viel großartigere Dinge: die Atmung regulieren, den Nahrungstrieb steuern, Erinnerungen speichern und Überlegungen ausführen. Die zu messende Aktivität vor dem Bewusstwerden einer Entscheidung ist Bestandteil dieser Entscheidung. Offenbar sehen so Überlegungen auf neuronaler Ebene aus – wie z.B. die Überlegung, weiterzuschreiben oder zum Schluss zu kommen: Das Gehirn – oder die Gehirnaktivität – ist kein Beweis gegen, sondern die Voraussetzung für Willensfreiheit. Dem Gehirn sei Dank.

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Willensstärke – Selbstkontrolle für ein gelingendes Leben

September 10th, 2011

Steven Pinker, Professor für Psychologie an der Harvard Universität, ist nicht nur für seine wissenschaftlichen Beiträge bekannt, sondern auch als Autor zahlreicher populärwissenschatlicher Bücher, in denen er Resultate der Hirnforschung, Psychologie und Philosophie einem breiten Publikum verständlich erklärt. Er schreibt auch häufig Artikel für große Zeitschriften und Zeitungen, wie zuletzt wieder für die New York Times unter den Titel “Das süße Geheimnis der Selbstkontrolle” (Englisch).

In diesem letzten Artikel geht es aber nicht um eines seiner eigenen Bücher. Diesmal empfiehlt Pinker ein neues Buch über Willensstärke, dass der Psychologe Roy Baumeister zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten John Tierney geschrieben hat.

Willensstärke, Selbstkontrolle – das klingt wie das Vokabular eines lustfeindlichen, hölzernen Moralpredigers, der steife Disziplin fordert, die völlig unrealistisch ist. Aber man kommt kaum umhin, zuzugeben, dass wir häufiger und stärker als je zuvor erleben, dass dies Fähigkeiten sind, die uns aus dem Teufelskreis der menschengemachten Ablenkungen und Selbstschädigungen herausführen könnten: im Alltag haben wir enorme Schwierigkeiten, weniger zu essen, zu trinken und zu konsumieren; wir kommen nicht vom Fernseher oder vom Computer los, und sind abhängig von Alkohol, Nikotin oder sogar Kokain. Was ist los mit unserer Fähigkeit, unser Leben in den Griff zu bekommen, und die schlechten oder maßlos übertriebenen Angewohnheiten einzugrenzen?

Baumeister hat herausgefunden, dass Willensstärke ähnlich wie ein Muskel ist. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen ermüdet der Wille nach einer Anstrengung, und dann übt man ziemlich sicher weniger Kontrolle über sich selbst aus.

Andererseits kann Selbstkontrolle aber auch trainiert werden. Dies sollte man am besten in kleinen und regelmäßigen Einheiten tun. Auf keinen Fall sollte man gleich die große Verhaltensänderung bei allen schlechten Angewohnheiten gleichzeitig in Angriff nehmen – denn dabei ist das Scheitern und die Überforderung der Willensstärke vorprogrammiert. Und man sollte auch nicht gleich als erste Trainingsaufgabe eine Diät beginnen – denn der Wille braucht Zucker, nicht nur sprichwörtlich.
Lieber kleine Schritte, die aber regelmäßig – diese oft empfohlene Faustformel ist psychologisch gut untermauert.

Außerdem hilft es, Gelegenheiten, die einen Entschluss gefährden, zu meiden. “Fessele dich an den Mast wie Odysseus oder stopf dir Wachs in die Ohren”, so diese Empfehlung in Pinkers Worten.

Willensstärke, Willenskraft, Motivation oder Selbstkontrolle ist der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches und zufriedenstellendes Leben – das zeigt die psychologische Forschung. Es sieht so aus, als seien Senecas stoische Lebenstipps gar nicht so weltfremd, wie seine Gegner unken. Es kommt darauf an, sie in ein realistisches Lebenskonzept einzubetten, ohne in puritanische Moralistik zu verfallen. Dieser Unterschied ist entscheidend: das eine ist das Gute, das andere ist unrealistsich und schädlich.

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Liebeskummer ist ein bisschen wie Drogenentzug

August 6th, 2010

Um Liebeskummer zu verstehen, ist die Analogie zum Drogenentzug hilfreich, wobei natürlich anzunehmen ist, dass die meisten, die Liebeskummer erlebt haben, keine nennenswerten Drogenerfahrungen haben. Es ist ja auch nur eine Analogie.
Eine im “Journal of Neuropsychology” veröffentlichte Studie hat die neuralen Systeme untersucht, die bei Liebeskummer aktiv sind. Gehirnregionen, die bei Verlusten und Gewinnen, bei starkem Verlangen und bei der Gefühlsregulierung eine Rolle spielen, werden aktiviert, wenn eine Person mit Liebeskummer ein Foto der geliebten Person betrachtet. Belohnungs- und Überlebenssysteme sind gleichermaßen bei glücklich wie unglücklich Verliebten beteiligt. Aber bei Liebeskummer befindet sich das Belohnungssystem in einem endogenen negativen Gefühlszustand. Gleichzeitig ist das Gehirn “bemüht”, Wahrnehmung und Gefühle neu zu lernen (vielleicht beruht ein Teil der Verzweiflung bei Liebeskummer ja darauf, dass dies nicht so schnell gelingen will), während es andererseits Symptome der Abhängigkeit zeigt. Die Autoren vermuten, dass einige “Bausteine” des Liebeskummers, nämlich die in den mesolimbischen Hirnregionen verwurzelten, eine Bedeutung für die Antriebsregulierung aller Säugetiere haben. Liebeskummer – und Liebe – seien nicht ein spezifisches Gefühl, sondern ein zielorientierter Gefühlszustand.
Vielleicht wird es ja einmal eine sensible Therapie für Liebeskummer geben, die dabei hilft, diese neurologischen Prozesse gut zu bewältigen und einen weniger leidvollen Zustand der Betroffenen zu erreichen.

Eine der Autorinnen der Studie, Helen Fisher, hat auf der TED-Konferenz 2008 von einigen Forschungsergebnissen berichtet. Das Video ist auf YouTube zu sehen (in Englisch).

Quellen: Fisher et al.: Reward, Addiction, and Emotion Regulation Systems Associated With Rejection in Love
Bericht in Science Daily

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Ist Neuroplastizität ein leerer Begriff?

July 24th, 2010

In der Psychologie und den Neurowissenschaften der letzten Jahre ist häufig von Neuroplastizität die Rede. Mehr oder weniger ist damit gemeint, dass “der Geist durch Erfahrungen geformt” wird, wie beispielsweise Stefan Klein in seinem empfehlenswerten Buch “Die Glücksformel” schreibt.
Im Blog Mind Hacks ist nun ein Beitrag erschienen, der feststellt, Neuroplastizität sei ein schmutziges Wort (“Neuroplasticity is a dirty word“). Da das Gehirn eben prinzipiell veränderbar sei, würde “Neuroplastizität” Nichts erklären, wenn man nicht beschreibt, wie diese Veränderung zustandekommt. Obwohl der Begriff so populär ist, würde in der Regel außer Acht gelassen, dass er in verschiedenen Bereichen Unterschiedliches bedeutet (strukturelle Veränderungen, funktionelle Veränderungen oder das Lernen von Gewohnheiten). In einem zweiten Beitrag wird gezeigt, dass Veränderungen und Anpassungen des Gehirns schon seit über 100 Jahren in der Wissenschaft diskutiert werden (“Neuroplasticity is not a new discovery“).

Ich finde eine gesunde Skepsis bei Begriffen, die einem Hype unterliegen, auch immer sehr angebracht. Es ist allerdings gar nicht immer so leicht, eine nüchterne Bewertung der Vorzüge und möglichen Irrtümer einer populären Terminologie vorzunehmen. Einerseits möchte man überzogene Interpretationen und Verheißungen, also den ganzen Schindluder, der mit so einem Modewort einhergeht, loswerden. Andererseits läuft man Gefahr, selbst zur Sprachpolizei zu werden, die blind ist für die wertvollen Anregungen, die in den Darstellungen mit dem “schmutzigen Wort” enthalten sind.

Entsprechend scheint mir der Beitrag auf Mind Hacks übers Ziel hinauszuschießen, denn die Feststellung, dass jede Erfahrung das Gehirn verändert, macht den Begriff meines Erachtens nicht bedeutungslos, sondern gerade so interessant. Offenbar ist Neuroplastizität ein wesentliches Merkmal des Gehirns, und deshalb sind Versuche ihrer Erklärung notwendig.
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Negatives ist stärker als Positives

May 11th, 2010

Vermutlich hat jeder schon die Erfahrung gemacht, dass negative Erlebnisse stärker wirken als positive. Diese Asymmetrie in der Intensität von negativen und positiven Gefühlen wird in der psychologischen Fachliteratur als negativity bias bezeichnet, was man wohl ungefähr als negative Verzerrung oder negative Neigung übersetzen kann.
Dieses Phänomen ist universal. Menschen sind offenbar ganz allgemein mit einem sensiblen Sensor für Gefahren, Risiken und alle Arten von schädlichen oder bedrohlichen Ereignissen ausgestattet. In Experimenten kann man nachweisen, dass negative Informationen stärker wahrgenommen werden und auch nach dem Zeitpunkt der Wahrnehmung noch eine größere Aufmerksamkeit erzeugen als positive oder neutrale Informationen. Menschen nehmen Bedrohungen sofort wahr und beschäftigen sich länger damit als mit “positiven” Gelegenheiten. Etwas ungenau formuliert besitzen wir eine Art Obsession für schlechte Nachrichten, und in der Tat sind manche psychische Leiden darauf zurückzuführen, dass man die realistische Balance für negative und positive Bewertungen verloren hat. Beruhigenderweise zeigt die psychologische Forschung nämlich auch, dass die Anzahl positiver und neutraler Erlebnisse die der negativen überwiegt (ausgenommen natürlich Krisensituationen). Ein übermäßiger Pessimismus ist folglich unrealistisch, und lähmt zudem in der Entfaltung (wie in den vorherigen Beiträgen in diesem Blog schon zu lesen).

Nichtsdestotrotz besitzen wir nun einmal einen empfindlicheren Sensor für Negatives als für Positives. Als “biologische Schutzvorkehrung” verstanden, erfüllt er einen guten Zweck, aber nur solange, wie er sich nicht verselbständigt und die Kontrolle über Wahrnehmung und Gefühle vollständig übernimmt. Wenn es der Zweck dieses Mechanismus ist, uns vor Schaden zu bewahren, dann ist es richtig, sich darum zu kümmern, dass er nicht selbst größeren Schaden verursacht, in dem er uns blind macht für unsere Möglichkeiten und uns im schlimmsten Fall lähmt.

Negativity Bias in der englischsprachigen Wikipedia.
Baumeister, R.F., Bratslavsky, E., Finkenauer, C., & Vohs, K.D. (2001), Bad is stronger than good. Review of General Psychology, 5, 323-370.
Ito, Tiffany A.; Larsen, Jeff T.; Smith, N. Kyle; Cacioppo, John T. (1998), Negative information weighs more heavily on the brain: The negativity bias in evaluative categorizations. Journal of Personality and Social Psychology. Vol 75(4), Oct 1998, 887-900.
Rozin P and Royzman EB. (2001). Negativity bias, negativity dominance, and contagion.
Personality and Social Psychology Review, 5, 296-320.

Was ist schlecht am positiven Denken? Teil 1

January 13th, 2010
laugh

Image: federico stevanin / FreeDigitalPhotos.net

“Nun, gezweifelt ist genug.” Goethe

Es ist nicht immer leicht, den Kopf über Wasser zu halten und optimistisch die großen und kleinen Aufgaben des Alltags zu bewältigen. Es gibt genügend Ereignisse, die uns die Laune verderben oder den Mut nehmen. Besonders hinterhältig an solchen negativen Erfahrungen ist, dass sie uns leicht in eine motivationale Abwärtsspirale befördern. Alltägliche ebenso wie unvorhergesehene Stressfaktoren erscheinen größer oder sogar unüberwindbar, wenn man bereits emotional oder psychisch angeschlagen ist.

Ist die Stimmung genügend weit im Keller oder das Selbstbewusstsein angegraben, wird selbst die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten. Jedoch – man kann was tun!

Das vielgeschmähte positive Denken ist die natürliche Medizin, um das Selbstvertrauen zu stärken und den Optimismus zu erzeugen, den man braucht, um Dinge geregelt zu kriegen. Gurus und hochbezahlte Motivationsstars haben das positive Denken in Misskredit gebracht. Man muss sich davon nicht irritieren lassen – es handelt sich um klare Fälle von Fehlanwendungen, die bei fast allen segensreichen Mitteln, die den Menschen zur Verfügung stehen, eine Gefahr sind. Welches und wieviel positives Denken gut ist – dazu werde ich hier eine kleine Artikelserie schreiben.

Zunächst bleibt festzuhalten, dass die einzige angemessene Antwort auf negative Gefühle und Gedanken eine realistisch-positive Einstellung ist. Wer realistisch ist und  positiv denkt, kann viel gewinnen (angesichts von verbreiteten zwischenmenschlichen Atmosphärenstörungen und zunehmenden seelischen Leiden geht es oft eher um ein Zurückgewinnen.)

Training lautet die Devise. Es gilt, die Aufmerksamkeit auf positive Ziele, positive Erlebnisse und die eigenen Stärken zu lenken – und vor allem, indem man die Endlosschleife der negativen Gefühle unterbricht. Selbstvertrauen kann man fördern, indem man bewusst die Mühle der Selbstzweifel unterbindet, innerlich gute Bilder visualisiert (denken sie an einen Schmetterling, eine Blumenwiese – an irgendetwas Harmloses) und sich darin übt, sich selbst zu akzeptieren. Man muss eine tägliche Routine entwickeln, gut von sich selbst zu denken und positive Ereignisse wahrzunehmen und zu erinnern. Dies ist auch das Ziel von psychotherapeutischen Methoden wie der kognitiven Verhaltenstherapie, die bei psychischen Leiden zu den erfolgreichsten Verfahren gehört.

Über Vorteile und Fallstricke des positiven Denkens, Kritik und Realismus, Philosophie und Psychologie werde ich auf diesem Weblog in den nächsten Wochen schreiben. Oberflächliche Forderungen, “einfach positiv” zu sein und zu lächeln, haben mich lange gestört. Warum solche Rezepte nicht taugen, und wo die Kritik daran auch nicht weiterführt, werde ich im nächsten Teil erläutern.

(Image courtesy of : federico stevanin / FreeDigitalPhotos.net)

Hier geht es weiter:
Was ist schlecht am positiven Denken? Teil 2