“Nun, gezweifelt ist genug.” Goethe
Es ist nicht immer leicht, den Kopf über Wasser zu halten und optimistisch die großen und kleinen Aufgaben des Alltags zu bewältigen. Es gibt genügend Ereignisse, die uns die Laune verderben oder den Mut nehmen. Besonders hinterhältig an solchen negativen Erfahrungen ist, dass sie uns leicht in eine motivationale Abwärtsspirale befördern. Alltägliche ebenso wie unvorhergesehene Stressfaktoren erscheinen größer oder sogar unüberwindbar, wenn man bereits emotional oder psychisch angeschlagen ist.
Ist die Stimmung genügend weit im Keller oder das Selbstbewusstsein angegraben, wird selbst die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten. Jedoch – man kann was tun!
Das vielgeschmähte positive Denken ist die natürliche Medizin, um das Selbstvertrauen zu stärken und den Optimismus zu erzeugen, den man braucht, um Dinge geregelt zu kriegen. Gurus und hochbezahlte Motivationsstars haben das positive Denken in Misskredit gebracht. Man muss sich davon nicht irritieren lassen – es handelt sich um klare Fälle von Fehlanwendungen, die bei fast allen segensreichen Mitteln, die den Menschen zur Verfügung stehen, eine Gefahr sind. Welches und wieviel positives Denken gut ist – dazu werde ich hier eine kleine Artikelserie schreiben.
Zunächst bleibt festzuhalten, dass die einzige angemessene Antwort auf negative Gefühle und Gedanken eine realistisch-positive Einstellung ist. Wer realistisch ist und positiv denkt, kann viel gewinnen (angesichts von verbreiteten zwischenmenschlichen Atmosphärenstörungen und zunehmenden seelischen Leiden geht es oft eher um ein Zurückgewinnen.)
Training lautet die Devise. Es gilt, die Aufmerksamkeit auf positive Ziele, positive Erlebnisse und die eigenen Stärken zu lenken – und vor allem, indem man die Endlosschleife der negativen Gefühle unterbricht. Selbstvertrauen kann man fördern, indem man bewusst die Mühle der Selbstzweifel unterbindet, innerlich gute Bilder visualisiert (denken sie an einen Schmetterling, eine Blumenwiese – an irgendetwas Harmloses) und sich darin übt, sich selbst zu akzeptieren. Man muss eine tägliche Routine entwickeln, gut von sich selbst zu denken und positive Ereignisse wahrzunehmen und zu erinnern. Dies ist auch das Ziel von psychotherapeutischen Methoden wie der kognitiven Verhaltenstherapie, die bei psychischen Leiden zu den erfolgreichsten Verfahren gehört.
Über Vorteile und Fallstricke des positiven Denkens, Kritik und Realismus, Philosophie und Psychologie werde ich auf diesem Weblog in den nächsten Wochen schreiben. Oberflächliche Forderungen, “einfach positiv” zu sein und zu lächeln, haben mich lange gestört. Warum solche Rezepte nicht taugen, und wo die Kritik daran auch nicht weiterführt, werde ich im nächsten Teil erläutern.
(Image courtesy of : federico stevanin / FreeDigitalPhotos.net)
Hier geht es weiter:
Was ist schlecht am positiven Denken? Teil 2


