Posts Tagged ‘Selbstwertgefühl’

Leiden wie ein Hund – Männer und Liebeskummer

December 10th, 2010


Obwohl oft gesagt wird, dass Frauen sensibler als Männer seien, zeigen neue Studien, dass Männer keineswegs die gefühllosen Wesen sind, für die sie manchmal gehalten werden. So unterschiedlich scheint die emotionale Grundausstattung der beiden Geschlechter nicht zu sein – der Unterschied besteht eher in der Fähigkeit, mit Gefühlen umzugehen. Diese Fähigkeit wird durch Kultur und Erziehung erworben, und unterliegt somit äußeren Faktoren, die sich mit der Zeit ändern können.

Eines der heftigsten Gefühle – Liebeskummer – trifft Männer ganz besonders. Um mit den emotionalen Schwierigkeiten, die eine Trennung verursacht, fertig zu werden, sind soziale Beziehungen von entscheidender Bedeutung, in denen man über seine Gefühle reden und Aktivitäten entfalten kann, die ein neues Selbstwertgefühl entstehen lassen. Vertrauensvoll über Gefühle zu reden ist aber unter Männern oft nicht üblich. Männliche Freundesgruppen sind meistens latent oder offen kompetitiv. Und selbst wenn kein Tabu besteht, über Gefühle zu reden, haben Männer wenig Erfahrung darin, ihre emotionale Situation zu beschreiben.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie mit über 1000 Probanden, die im “Journal of Health and Social Behavior” veröffentlicht wurde (ein Bericht dazu findet sich hier). Die Bewältigungsstrategien von Frauen und Männern unterscheiden sich in der Regel: Frauen suchen nach einer Trennung Unterstützung durch Freunde, Männer dagegen fühlen sich isoliert und greifen überdurchschnittlich oft zu Drogen und Alkohol.

Die Psychologin Nancy Chodorow ist der Auffassung, dass Männer durch ihre Erziehung ein Maß an emotionaler Selbstbeherrschung gelernt haben, das sie sowohl in ihrem Gefühlsleben als auch in ihrer Beziehung zu Frauen stark beeinträchtigt. Sie zahlen einen hohen Preis dafür, wenn sie in einer emotionalen Lebenskrise sind und keine Möglichkeit finden, mit männlichen Freunden über ihr Befinden zu reden.

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Depression verringern: Lernziele statt Selbstwertziele

April 9th, 2010

Hier wird von einer Studie berichtet, die besagt, dass Menschen, die kognitiv verletzbar sind, also ein beschädigtes Selbstwertgefühl besitzen, Ziele anstreben, die den Selbstwert stärken beziehungsweise nicht verringern. Menschen mit stabilerem Selbstwertgefühl bevorzugen dagegen Lernziele. Menschen, die danach streben, Verletzungen des Selbstwertgefühls zu vermeiden, tendieren in Stresssituationen dazu, defensive, selbstbehindernde Verhaltensweisen anzunehmen (Rückzug, Grübelei usw.). Menschen mit Lernzielen dagegen neigen in solchen Situationen zu Problemlösungsverhalten. Um Depressionen zu lindern sei es daher hilfreich, sich von Selbstwertzielen auf Lernziele umzuorientieren und die negativen Überzeugungen bezüglich des eigenen Selbstwertes zu verbessern. (“A key to alleviating depression is fostering a shift from self-worth goals to learning goals and from the beliefs underlying self-worth goals to the opposite beliefs.“)

Studie: How goals and beliefs lead people into and out of depression.from Review of General Psychology – Vol 13, Iss 4 by Rothbaum, Fred; Morling, Beth; Rusk, Natalie

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